Gedanke

Eine Gesellschaft, wie die unsere setzt alles auf die Fülle. Myriaden von Sendungen auf allen Kanälen verwirren die Menschen. Da stellt sich die Frage, ob diese Variante der Desinformation gewollt ist. Zudem führt sie zur passiven Zensur, weil relevante Inhalte im Getümmel der Medienlandschaft untergehen.

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Die Variabilität des Kunstmarkts

Ein Maler könnte in der heutigen Zeit nicht anders Erfolg mit seinen Werken haben, als wenn er sich an den gerade gültigen Konsens unter den ‚Sammlern‘ von Kunst anbiedert. Dabei wird es immer eine Art sich an andere Menschen anzubiedern bleiben, wenn man diesen gerecht sein möchte. Da macht man keinen Hehl daraus, was man denkt. Ja, man steht gerade dazu. Man stellt es dar, was man fühlt und von der Welt begreift. Jedoch wird das alles allein nur angepasst, verdreht und folglich unwirklich sein.

Ein folgenschweres Problem mit dem Kunstmarkt sind die bereits bestehenden Werke. Diese müssen ja noch an den Mann gebracht werden. Da gibt es so vieles, was wertvoll und wichtig sein wird. Es ist praktisch kein Raum für etwas da, das noch nicht von den ‚führenden Medien‘ zur Kunst erklärt worden ist.

Das soll alles ja auch zusammenpassen. Nicht allein nur farblich, auch geschmacklich mögen es die Leute gerne in Grau gehalten. Das aber auf eine möglichst bunte Weise, denn der trübe Unterton davon sollte ja bitteschön nicht grundlos zu entdecken sein.

Regelmäßige Muster an den Wänden, wie sie vormals gerne gesehen worden sind, werden heutzutage gerne mit einer zeitlichen Strukturierung unserer Lebensweise ersetzt. Da strahlen die Wände reines Weiß ab. Diese Fähigkeit zur Strukturierung wird eingefordert und gilt manchem als gesundheitsfördernd. Den Minderwert davon, also die erfahrbare Verarmung dadurch wird gerne geleugnet. Man gewinnt ja an Klarheit dadurch hinzu.

Was aber soll diese sagenumwobene Klarheit ausmachen? Wer kann bitteschön eine solche von sich belegen? – Eine Existenz davon würde nicht zu belegen sein.

Klarheit zu fordern bedeutet manchem auch die Unklarheiten zu beseitigen. Da verleugnet er sie einfach. Was aber nicht gegeben sein könnte, wird zu Unrecht als Zustand von hoher Güte anerkannt. Welch ein Affentanz das doch ist, was die Leute da tun.

Jene Vorgabe, man solle sich klar ausdrücken, wird die Höhe davon sein. Wer kann es bitteschön begreifen, was das bedeuten soll? – Darum verhaspelt sich der bemühte Mensch. Derweil werden wir immerzu noch stärker von einer solchen Unwirklichkeit in Beschlag genommen. Diese herrscht bereits oftmals bei uns vor und macht uns auch etwas aus. Aber das Problem dahinter könnten wir nicht ausmachen, weil es zu diffus ist. So etwas würde sich nicht von sich aus ergeben.

Was aber soll der deutsche Kunstmarkt mit diesem düsteren Kapitel menschlicher Zustände gemein haben? – Nun, wir Menschen sind imstande dazu, alles das zu wiederholen, was jemals auf dieser Welt schiefgegangen ist. Wir kleiden uns heute zwar etwas anders, in den Klamotten stecken aber die gleichen Leute drinnen.

Übel aufstoßen möchte mir das Procedere dieser Gesellschaft, mittels dem die offensichtlich Fleißigen belohnt und die offenkundig Faulen enteignet werden. Durch Leistung in Form einer redlichen Bemühung kann niemand mehr einen Apfel oder Blumentopf gewinnen. Wie verkehrt das eigentlich sein wird, möchte keiner mehr bedenken. Da nimmt man es hin.

Hinnehmen möchte ich es jedoch nicht, dass solche Dinge von Wert ungeachtet bleiben. Darum zeige ich meine Werke vor. Wie die Leute darauf reagieren, das kann zuweilen schrecklich für mich sein. Gemeinplätze kommen dabei zuhauf vor. Manches floskelhafte Getöse macht sich zudem bemerkbar. Wer falsch ist, der findet es schön, was ich da tue. Wie das aber wahr sein kann, das zeigt er mir selbst kaum vernehmbar auf. Unverständlich sind selbst die klarsten Äußerungen davon geblieben, weil sie oftmals einer emotionalen Basis entbehrt haben.

Doch unsere Gesellschaft hält ihre Normen für akzeptiert. Es sind immer die anderen, welche diese bestätigt haben. Ich selbst kenne keinen, der das freimütig in dieser Weise durchgeführt hat. Darum halte ich sie für ein Gerücht. Als solches haben sie jedoch keinen Bestand.

Darum halte ich den Kunstmarkt und dessen Konsorten für variabel, ja beliebig. Das, was heutzutage unser Denken und Dasein bestimmt, ist eine Scheinwelt von absonderlicher Güte. Die Wahrheit ist anfechtbar, angreifbar zudem und auch gewiss verletzlich. Unantastbar ist allein nur die Würde des Menschen, der Schemen seines Menschenwertes. Dabei wirkt er irgendwie unberührt. Offensichtlich haben die Menschen Angst davor, dass man ihnen zu nahe kommt.

Doch unwirklicher kann kein Moment dieses Lebens sein als dieser. Wer da nicht berührt sein würde, der wird sich auch sonst wie ein Paria fühlen müssen.

Solcherart wird die Leugnung der wahren Menschennatur ausfallen. Das Muster durchdringt mit seiner Struktur den Habitus von uns allen. Es setzt der Gesellschaft die Narrenkappe auf. Alle sind eigentlich damit befasst, dieser Sache gerecht zu werden, obwohl es sie gar nicht geben würde.

Das ist so absurd. Es würde nicht gut sein, das zu glauben, dass eine Struktur von sich aus existiert. Wenn sie aber nicht existent sein würde, wie soll sie da zu einer berechtigten Bedingung für uns selbst werden können?

Da frönen die Sachverständigen ihren vorgefertigten Erkenntnissen. Das macht das alles sehr variabel. Wie diese aussehen und was sie besagen, lässt sich allein nur vermuten. Man könnte es nicht wissen. Es entbehrt jeglichem Nutzwert.

Das ist gemein von mir, schließlich kostet manche Pappe ja mehr als ein Haus oder ein Schiff. Darum will ich es besser dabei belassen. Na schön, dann macht halt weiter so und raunt und staunt über den Wert dieser Gegenstände. Vielleicht spornt das manchen ja zu noch mehr Leistung an. Wer möchte nicht einen teuren Druck mit Expertise eines Kunstsachverständigen sein eigen nennen können?

Ich persönlich halte es da mit der Kunst wie mit dem Essen. Was mir nicht geschmeckt hat, das möchte ich auch nicht zu mir nehmen.

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