Gedanke

Eine Gesellschaft, wie die unsere setzt alles auf die Fülle. Myriaden von Sendungen auf allen Kanälen verwirren die Menschen. Da stellt sich die Frage, ob diese Variante der Desinformation gewollt ist. Zudem führt sie zur passiven Zensur, weil relevante Inhalte im Getümmel der Medienlandschaft untergehen.

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Eine eigentliche Unmöglichkeit

Eine eigentliche Unmöglichkeit besteht trotz aller gegebenen Freizügigkeit des Menschen. Wir könnten nicht wählen.

Weder unser Schicksal noch die Auswirkungen unserer Handlungen lassen sich durch uns selbst bestimmen.

Diesen Weg begehe ich. Er basiert auf einfachen Erkenntnissen.

Mit meiner Kunstsache könnte ich nicht bestehen, wenn ich meine Konstitution dabei vernachlässige. Diese Konditionierung meiner Innenwelt findet permanent statt. Ich würde sie nicht durchbrechen und auch nicht abändern können, ohne etwas dabei zu verlieren.

Das wird kein Nihilismus sein, wenn man der Gefahr für das eigene Leben ins Auge sieht.

Nein, dieses Dasein bedeutet mir etwas. Schmerz und Pein im Mindesten, manchmal aber auch Freude und Glück. Letztere sind keine Selbstverständlichkeit.

Gewisse Werke habe ich erstellt. Diese gefallen kaum, sind teilweise einfach, ja zu einfach hergestellt. Ob sie von Geschmack sind, wüsste ich nicht festzulegen. Manches setzt mich herab, anderes bringt mich in die Kritik. Was soll ich da bitteschön anderes tun wollen, als mich zu behaupten? – Was mir eingegeben ist, soll das Einzige sein, was ich wirklich mit Gedanken durchdringen kann.

Meine Kunstsache hat also eine existenzielle Bedeutung für mich. Mich gibt es alleine nur so. Ohne den Griffel in die Hand zu nehmen und etwas zu zeichnen, könnte ich nicht auskommen. Ich bedarf der Bilder.

Mich bremst dieses Arbeiten in meiner Entwicklung stark ab. Ich sehe darin manchen Grund für mich, um ernsthaft bleiben zu können.

In einer Welt, welche als Talfahrt von Permanenz aufzufassen ist, ist es gut, eine Bremse für sich gefunden zu haben. Das Bild, welches ich mir hier vorstelle, ist düster. Kaum etwas ermöglicht es da, sich in der Sonne zu aalen und alles als einen Genuss anzusehen. Nein, vielmehr ist diese Wahrheit bitter geblieben.

Müßiggang verzehrt alles Glück in einem Moment. Schneller kann kein Absturz sein, als es der freie Fall bedeutet. Und alles fällt herab. Da bin ich froh, mit etwas dagegenhalten zu können.

Ich setze mich trotz der drögen Art meiner Dinge mit diesen wieder und wieder auseinander. So kann das zu einer Arbeit werden. Mühsam sind die Wege eines Menschen, wenn er sich nicht verlieren möchte.

Real wird alleine nur der Niedergang des Lebens sein können. Diesen aufzufassen ist so. Ihn zu leugnen wird möglich sein durch Täuschung und Lüge. Und als solche sehe ich jenen Sachverhalt an, dass wir angeblich eine Wahl haben. Das Leben würde eine solche mit Sicherheit gerade nicht hergeben.

Haben wir uns erst einmal zur Willkür entschieden, dann verlieren wir auch bald allen Respekt. Da haben alle Dinge für uns plötzlich keine Bedeutung mehr. Nicht einmal den von uns verursachten Moment könnten wir da auffassen.

Das wird unser Dasein beschleunigen können. Alle Zeit wird sich das Rad weiterdrehen, und wir stehen davor und sind vexiert davon. Derweil vergessen wir uns, sind hypnotisiert von diesen verkehrten Ideen, welche so aufkommen können, und lassen alles zu, was man mit uns macht.

Ja, wir werden selbst zu Tätern, indem wir wählen. Die Auswirkung davon ist uns weder bekannt noch bewusst. Auch könnten wir die einmal getroffene Wahl nicht rückgängig machen. Da müssen wir dann die Suppe auslöffeln, welche wir eingebrockt haben. Und genau dorthin bringt uns jener Gedanke. Eine Freiheit ist alleine nur dort wirklich gegeben, wo diese auch besteht. Haben wir erst einmal ausgewählt und uns für etwas entschieden, geht diese verloren und ist weg. Eine Erneuerung davon könnte man sich weder beschaffen noch einkaufen gehen.

Unsere Entscheidungen nehmen uns die Freiheit. Könnten wir diesen freien Fall nicht abbremsen, so werden wir bald schon auf den Boden krachen. Alle Wege sind endlich. So wird auch dieser Höhenflug vorbeigehen. Wer jedoch nicht abbremsen können würde, was er an sich trägt und durchlebt, der würde dabei manches, wenn nicht gar alles verlieren.

Ist man erstmal derart beschleunigt unterwegs, gibt es da kein Halten mehr. Und dann gehen wir leer aus, ja werden selbst durch unsere Gedankenlosigkeit beschädigt.

 

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