Über Brangassivo, bzw. Mathias Schneider

Ein kurzes Wort über Mathias Schneider, *1975, in der dritten Person von ihm selbst einmal aufgeschrieben:

Ein Leben im Geiste eines Interesses an den Werken und dem Wirken anderer Menschen hat den Offenburger Künstler Mathias Schneider dazu gebracht, in ersten Versuchen, entsprechend seiner eigenen Gedanken und Ideen dabei, kleinere eigene Schriften und auch einige einfach gehaltene Bilder auszuarbeiten. An dieser Beschäftigungsart hat er seitdem kontinuierlich festgehalten.

Er liest auch gerne gute, alte Bücher zu existenziellen Themen. So beschäftigt er sich mit Literatur zum Hinduismus genauso wie mit der mittelalterlichen Lektüre Europas aus der Zeit der Renaissance. Dabei ist die Esoterik, neben der Geschichte der Menschheit und ihrer Religionen das Hauptgebiet, aus dem er etwas für sich zu schöpfen weiß.

Jene Kunstwerke anderer Menschen können bei ihm zuweilen sehr viel bewegen. Er empfindet oftmals eine tiefe Bedeutsamkeit der Werke, wenn er sich diese Bilder und die anderen Dinge jener Menschen ansieht, welche von diesen einmal in eigentlich originärer Weise ausgestaltet worden sind.

Seine Malerei begleitet ihn bereits seit seiner frühen Kindheit. Spätestens im Alter von 12 Jahren hat er damit begonnen, mit Pastellkreiden, Bleistift und Kohle mit einigem künstlerischen Interesse zu malen und zu zeichnen. Bald darauf hat auch schon der Aquarellkasten seiner Mutter zu dieser Ausstattung mit Utensilien zur Ausarbeitung eigener Schöpfungen und Kreationen fest dazugehört. Papier hat ihm in Form von geschnittenen, leicht getönten Blättern aus einer ortsnahen Papierfabrik in ausreichend großer Menge zur Verfügung gestanden.

Spätestens mit Erreichen des 19. Lebensjahres hat Schneider sich dann sein Material für diese Kunstsache selbst eingekauft. Da hat er mit dem Malen oder Zeichnen nach fast zweijähriger, kräftezehrender Abstinenz davon erneut begonnen. Dabei sind Buntstifte, Ölfarben, Tusche sowie vielerlei bessere Papiersorten neu zu seinem Materialvorrat hinzugekommen. Auch hat er eine Zeit lang mit Speckstein gearbeitet.

Da er aufgrund seines persönlichen Fokus sich auf ein solches künstlerisches Arbeiten eingestellt hat, hat er sich da auch genügend Zeit dafür zur Verfügung gestellt. So hat er zu dieser Phase seines Lebens auch wirklich sehr viel geübt. Etliche dieser Bilder sind erhalten geblieben. Auch wenn man es diesen frühen Werken ansehen mag, dass sie von einem Anfänger ohne Anleitung eines Lehrers oder Kunsterziehers geschaffen worden sind, hat er sie online im Internet ausgestellt und nicht etwa vor Ihnen verborgen gehalten. Sie bilden heute einen Teil seines Fundus an Motiven und ersten eigenen Bildideen.

Seine schriftstellerische Tätigkeit ist aus einem zu anfangs noch sehr unscheinbaren Trieb erwachsen. Er hat seine Erfahrung beim Üben und Einstudieren von Asanas, was Haltungen aus dem Gebiet des Hatha-Yoga sind, dokumentieren wollen. Das hat er getan, nachdem er sich dazu aufgefordert gefühlt hat durch ein Buch von Ngakpa Chögyam über die ‚Reise in den inneren Raum‘. Auch ist er anderweitig ebenfalls dazu aufgefordert worden, sich mit dem Schreiben eigener Texte zu befassen. Etwa ein Tagebuch hat er erstellen sollen. Schneider ist dabei bald an die Grenzen seiner eigenen sprachlichen Möglichkeiten gekommen. Es ist so wahr, dass er für lange Zeit noch nicht bereit dazu gewesen ist, die eigenen Güter umzusetzen und aufzuzeigen.

Diese eigentlichen Schwierigkeiten und Schwächen selbst erkennend, hat sich Schneider es dann zur Aufgabe gemacht, dass er wenigstens das, was ihn selbst in seinem Dasein ausgemacht und bewegt hat, beschreiben können möchte. Mutig hat er da bald hunderte Seiten an Text verfasst, mal ordnungsstiftend bei sich selbst, mal chaotisch impulsiv und unruhig im eigenen Verhalten dabei. Viele Jahre lang hat er so mit Zuhilfenahme der Sprachgestaltung seine Aussprache und das eigene Schriftbild zu verbessern gesucht.

Dabei ist ihm oftmals seine vormalige Schulbildung etwas zugutegekommen. Seine Grundkenntnisse der Sprachen Latein, Französisch, Englisch und Deutsch, sowie jene große Menge an gelesenen Büchern haben vieles dazu beigetragen, dass er das alles hier leisten hat können. Auch manche der geführten Gespräche mit intellektuell deutlich reiferen Persönlichkeiten haben dabei wohl kaum geschadet, sondern eher etwas Gutes dazu beigetragen, was Schneider nachträglich erfreut.

Manches Gute davon ist ihm beim Schreiben nach und nach etwas greifbarer geworden. Er hat dabei einiges richtig zu verstehen gelernt. Dank einer ausgeprägten, zur Reflexion neigenden Art hat Schneider zudem aus vielen Dingen etwas Weiteres herauszuziehen vermocht. Der Kreis seiner Handlungen hat sich darum wieder und wieder ganz schließen können bei ihm.

Obwohl er oftmals erneut ganz von vorne beginnen hat müssen bei der Erledigung seiner an sich selbst gestellten Aufgabe, hat er das eigene Werkschaffen aufrechterhalten. Dabei hat er immer wieder einmal vom einen auf das andere schließen können. So ist wohl kaum eines seiner Dinge wirklich viel zu kurz geraten dabei.

Jene Arbeit mit der Sprache hat ihm fortwährend etwas dabei geholfen, dass er sich selbst in geistig-struktureller Hinsicht etwas orientieren kann. Dabei hat er sich immer wieder selbst erneut zu organisieren vermocht. Für sich selbst so etwas Eigenes zu schaffen, was er jetzt wieder und wieder bei seiner ‚Andacht‘ zu lesen vermag, hat ihm auch schon einmal etwas an Freude bereitet. Mit der fortwährenden Lesung solcher Texte ist bei ihm dann etwas Weiteres in Gang gesetzt worden. Er arbeitet von nun an sein eigenes Dasein mit sprachlichen Mitteln dokumentarisch auf. Dabei nimmt er nach und nach Kenntnis von seiner eigentlichen Basis für dieses Leben als Mensch. Diese soll seiner Konfession entsprechend einmal zu einer Beschreibung der Verfassung jener Dinge des Autors werden.

Mit zunehmender Güte der eigenen Texte ist es ihm auch gelungen, sich vom Wirken und Treiben anderer Menschen etwas stärker frei zu machen. Es gelingt ihm schon einigermaßen gut, sich von so etwas zu distanzieren, was seiner Eigenständigkeit als Künstler nicht geschadet haben würde müssen.

Dank der ausreichend großen Unterstützung durch manche seiner Freunde hat er heute bereits eine verbesserte Ausgangssituation für eine Verwirklichung der eigenen (Kunst-) Sache erreicht. Man hält zu ihm und macht sich gegenseitig, wie auch wechselseitig Mut für eine Ausentwicklung jener eigentlichen Güter. Dabei ist schon so mancher Stein bereits ins Rollen gekommen und hat zur Verbesserung der Alltagssituation etwas beitragen können. Es wird zuweilen an kleineren Zielvorgaben der eigene Erfolg noch immer geprüft und die eigene Kraftentfaltung dabei geprobt.

Heutzutage schreibt Schneider sehr gerne von solchen Dingen, wie sie hier in seinem Karteikasten vorkommen. Es bereitet ihm Spaß, seine eigenen Texte zu verfassen. Dabei legt er einigen Wert darauf, dass etwas von ihm Geschaffenes wirklich originär ist.

Eine gewisse Vorliebe für solche Menschen mit einer aufrechten Geisteshaltung ist ihm dabei eingegeben. Aus dieser Vorliebe dafür resultiert alles Weitere in seinem Dasein, wie er weiß. Das ist gut so, wie Schneider selbst gefunden hat.

Damit endigt nun dieser kleine Aufsatz, welcher aus der Sicht eines scheinbar Außenstehenden geschrieben worden ist, über das Leben und die Person des ‚Art-Trash‘-Aktivisten Mathias Schneider.

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