Schöne, neue Welt

Heute habe ich die Faxen dicke von dem, was in unserem Land gerade passiert. Das macht mich nervös, da verliere ich meine Haltung. Ein Konsens des Schweigens scheint da vorzuherrschen. Wer schweigt, der hat noch lange nicht gelogen. Aber darf man wegsehen? Und was ist, wenn man zusieht?

Was ich sehe ist bitter. Eine Realität soll doch bitteschön wahrgenommen werden können. Was ist, wenn das nicht mehr so sein würde?

Eine schöne, neue Welt ist das. Moderne Zeiten, seit jeher gibt es die. Und in solchen Zeiten geschehen widerwärtige Dinge.

Das ist meine aufs positive ausgerichtete Ausdrucksweise, wenn ich das so schreibe. Alles wird gut. Aber wie soll das sein können?

Was dürfen wir erwarten und was gesteht man uns zu? Macht das einen Unterschied? – Das frage ich mich da.

Also gehe ich in mich. Ich stelle fest, dass ich unzufrieden bin. Das, was geschieht, finde ich blöde. Wir werden für dumm verkauft, von wem auch immer. Aber würden wir das nicht auch sein, wenn wir weiterhin zusehen, was geschieht?

Zusehen kann man überall. Man benötigt allein nur einen Fernseher dazu. Dann kann man es lernen im Ambiente des schicken Wohnzimmers Angst vor dieser Welt zu kriegen.

Das würde nichts sein, was meinem Wunsch im Leben entspricht. Ich sehe es nicht ein, dass ich zufrieden zu sein habe. Nein, ich möchte mich beschweren. Es hat auch etwas mit mir zu tun, über was ich mich beschweren möchte. Ich bin also berechtigt dazu darüber zu klagen.

Unsere Welt ist irre geworden. Was man uns einmal als angenehm und gut verkauft hat, das macht uns jetzt schon das Leben zur Hölle. Solche Annehmlichkeiten sind das, welche uns Menschen nicht dauerhaft gut tun würden.

Unsere Gedankenlosigkeit ist unübertroffen. Wir lassen uns bannen und werden auch gebannt. Trickdiebe stehlen uns unsere wichtigsten Momente. Im Leben gibt es keinen Schutz mehr vor irgendetwas. Stattdessen kriegen wir auf die Fresse.

Man tritt auf unser Recht. Es würde nicht mehr wert sein, als es gerade willkommen ist. Wer sich nicht zu helfen wissen würde, der kriegt es ab.

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Weder noch… oder der Ausweg aus Absurdistan

Neulich, gerade eben und auch sonst habe ich das Gefühl bei mir wahrgenommen, dass etwas mit uns Menschen nicht so richtig stimmen würde. Wir haben so viele gute Gedanken, setzen auch manche davon um, aber es kommt doch unterm Strich etwas ganz anderes bei uns zum Tragen und hat dieses Dasein in einem nicht unerheblichen Ausmaß mitbestimmt. Da kann man machen, was man möchte, es bleibt, was es ist. Und unterdessen sehen wir ganz dumm aus. Wir verspielen nahezu täglich die Chance dazu, etwas zu ändern.

Wenn es etwas zu ändern geben wird, dann soll das begründet sein. Das wird so wahr und richtig sein. Diesen Anspruch kann man haben. Das ist gut gesprochen, finde ich. Bauen wir doch einfach etwas auf uns selbst und erscheinen an dieser Welt mit unserem Habitus, ganz gleich wie dieser ausfällt. Nehmen wir doch endlich daran teil und versuchen es, als Mensch damit zu bestehen, dass wir das tun.

Keimlinge setzt der Gärtner und züchtet mit diesen schöne Pflanzen für die Zier- und Nutzgärten. Warum sollte man es nicht einem solchen Gärtner gleichtun und auch selbst etwas auf sich und die eigenen Werke halten? Würde das nicht der Anfang aller Größe sein?

Überhaupt frage ich mich, aus welchem Grund es heutzutage so leichthin möglich ist, andere Menschen für deren Handeln zu diskreditieren, aber trotzdem so schier unmöglich, etwas aus eigener Kraft zu erwirken? Kann es wahr sein, dass dazwischen ein kausaler Zusammenhang besteht? Haben etwa in unserer kompetitiven Gesellschaft all die Menschen aufgehört an andere zu glauben? – Wäre das so gegeben, bräuchte man der Gesellschaft gegenüber auch keinen Dienst zu leisten. Dann hat diese versagt und ist des Menschen überdrüssig geworden.

Welchen Ausweg gibt es da? Und wie kann man aus eigener Kraft für sich selbst einen ordentlichen Weg generieren, welcher auch zu etwas Geeignetem führen wird?

Absurdistan ist ein sehr reales Land. Nichts würde dort wertgeschätzt sein, allem ist man überdrüssig. Wer das erkannt hat, würde sich dort nicht mehr sicher fühlen können.

Ein Ausweg aus diesem Jammertal wird das ‚weder noch‘ sein. Da bilde man einfache Sätze damit und schaue es sich an, wie weit man mit diesen kommen kann.

Man entziehe sich dem kümmerlichen Verdrehen des Gegebenen und achte wieder auf sich selbst. Böses und Gutes stelle man nebeneinander, Gutes und Schlechtes werde da endlich vereinigt. Warum auch soll etwas, das so spannend ist wie dieser Zusammenhang, langweilig genannt werden können?

Das Gute sollte sich nicht im Guten verlieren. Ebenso wenig sollte nichts Böses vom Gutartigen abgelöst werden. Heilkräfte zuhauf werden da aktiviert, anders würde das nicht gutgehen.

Absurd ist es meiner Meinung nach einen Gesunden für gut zu erklären. Ebenso aberwitzig empfinde ich es, wenn davon gesprochen wird, dass das Gute und das Böse einander opponieren. Wer hat damit angefangen? – Das frage ich mich da. Und doch habe ich diese Frage nicht erheblich gefunden. Sie gehört dazu, bringt einen aber kaum weiter voran.

Allein eine Welt wird den Menschen gegeben sein. Jeder muss in dieser sein Dasein fristen. Keinem soll es da besser ergehen als dem Schlechtesten von uns. Das fände ich fair und gerecht.

Ein Ausweg aus der Absurdität der scheinbaren Ordentlichkeit der Menschen hierzulande sollte nicht schwierig zu begehen sein. Man erlerne es einfach, sich selbst wieder zu vertrauen und eine eigentliche Meinung zu haben, welche aus dem wirklichen Schatz der eigenen Erfahrung erwächst.

Weder dies noch das haben einen anderen Menschen weitergebracht. Nichts würde gut für so jemanden sein. Alles wird also etwas Schlechtes sein. Damit zurechtzukommen tut Not. Es bleiben zu lassen würde dagegen nicht so sehr erforderlich sein, wie es ein Bestehen des Menschen ist.

Kommen wir doch trotz all dieser Fragwürdigkeiten, welche hier nun angesprochen worden sind, mit etwas klar und fragen uns es einfach einmal, was wir davon zu halten bereit sind! – Weder dies noch das wird für einen Sprachgestalter, wie ich es bin, erheblich sein. Und doch habe ich damit einfach wieder den blanken Nerv etwas Spüren machen wollen. Vielleicht wird ist es notwendig, sich es einmal klar zu machen, dass es einen solchen gibt und dass trotz diesem sogar vielerlei Dinge gegenwärtig falsch entschieden werden.

Da komme ich nun zum Schluss mit meinem Streich und endige das weitere Notieren eines solchen Schabernacks für den heutigen Abend. Gewiss hat mancher es gerne, sich mit meinen Inhalten zu befassen. Aber das würde nichts sein, was Bedeutung hat. Vielmehr als das soll es darum gehen, dass man sich beteiligt. Und als Beteiligter kann man geradezu etwas erlernen.

Vielen Dank

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Das Leben eines ‚Art-Trash‘-Aktivisten

Ein Istzustand darf gerne in einfacher Weise dargestellt werden, findet Schneider. Alle Erkenntnis eines Lebens würde nicht gut zu gebrauchen sein ohne eine solche Konklusion. Das Zusammenführen der Kettfäden auf der Rolle eines Rahmens durch einzelne Knoten macht den Stoff, um welchen es gehen soll, erst herstellbar. Dessen Struktur bildet dabei eine feststehende Matrix regelmäßiger Art aus. Und genau so soll auch diese Retrospektive auf das Leben des Kunstschaffenden Schneider ausgeführt werden. Nicht ohne Grund sagt der Autor dies, hat er doch sich vielfach schon beim Schreiben in unmögliche Positionen gebracht und auch regelrecht verlaufen.

Viele Jahre einer mühevollen Aufbereitung seines Werkes hat der Autor jetzt bereits abgeleistet. Doch eines ist ihm dabei in dringlicher Weise klargeworden. Möchten seine Bilder und Schriften auch eine eigene Note an sich tragen, so ist das doch allein nur ein Werkschaffen unter vielen. Hervorgetan haben möchte Schneider sich derweil nicht. Er wünscht es sich vielmehr, in einen Verbund anderer Kunstschaffender integriert zu werden. Doch eine natürliche Skepsis gegenüber Organisationen und eine eigene Art der Zurückhaltung machen es ihm schier unmöglich, noch stärker auf seine Mitmenschen einzugehen, als er das eh schon getan hat. Er hat es so befunden, dass das von ihm Geschaffene bereits dazu ausreicht, um sich ein Bild von ihm zu machen.

Sein Ziel ist es, das eigene Wirken bald zu einem guten Abschluss zu bringen. Jenen von ihm in die Wege geleiteten Prozess möchte er einmal gänzlich erfüllen können. Es ist ihm derweil gleich gewesen, ob seine Bemühungen utopischer Natur gewesen sind oder nicht. Immerhin sind es welche.

So ist es wahr für ihn, dass er etwas im Netzwerk des Internets vorgezeigt hat, für das es noch gar kein Publikum gegeben hat. Seine Art der Darstellung von Motiven ist durchweg speziell und eigen. Andere leisten wahrscheinlich etwas Besseres als er und haben dennoch praktisch keinen Nutzen davon, sich mit seinen Inhalten zu befassen. Wie soll es Schneider da erwarten wollen, dass er mit seiner Malerei oder seinem Schreiben einen gewissen Erfolg einfahren kann? – Das alles würde so nicht gegeben sein. So hat er seine Aufgabe abgeändert und sich ein anderes Ziel gesetzt.

Als ‚Art-Trash‘-Aktivist streitet er von nun an für eine Wahlfreiheit des Menschen. Auch innerhalb der medialen Welt der erscheinenden Dinge soll es eine solche geben können.

Da ist er dazu übergegangen, die Thematik der Suggestion anzusprechen und als Merkmal der Gegenwart anzuprangern. Dadurch hat er sich selbst gewiss etwas isoliert. Und doch sieht er einen Mehrwert darin, neben dem eigenen Werkschaffen auch jene Motivation darzustellen, welche zu diesem geführt hat. Derweil glaubt Schneider, dass es keine Klarheit darüber bei den Menschen gibt, wie sehr beeinflussbar sie sind. Diese tun allein nur so, als hielten sie allem stand. Immerzu verstricken die Menschen sich in Unwägbarkeiten und anderem Zeugs, wenn sie etwas von sich gegeben haben. Der Gebrauch von Schlagwörtern ist dabei zu einer Waffe gegen den eigentlichen Verstand eines Menschen geworden, welcher sich auf eine eigene Weise zu bedenken weiß. Am Ende dieser Entwicklung wird es keinen solchen mehr geben, pure Unvernunft soll das weltliche Merkmal davon sein.

Das ist zu erfahren. Unter solchen Umständen hat Schneider es schwer zu existieren. Er hat sich bisher auf einem Kunstmarkt weder mit eigenen Werken etablieren können, noch sonst etwas Geeignetes mit diesen erreicht. Man achtet ihn im privaten Rahmen als Bastler solcher Dinge, vernachlässigt seine diesbezüglichen Gedanken und Ideen, welche er zeitweise auch mitgeteilt hat, aber doch stark. Diese werden kaum von jemandem angehört. Wie aber sollen sie da ankommen und verstanden werden? – So ist es eine Wahrheit des Daseins von Schneider geworden, dass er Stufe für Stufe die ‚Treppe‘ nach unten nimmt. Sein gesellschaftlicher Abstieg ist praktisch dabei, von ihm weiter verwirklicht zu werden.

Derweil hat er für sich das Projekt ‚Beggar’s Art Service‘ als ein Medium auserkoren, wo er solche Beweggründe aufnotieren kann. Mit diesem macht er auf eine Vergänglichkeit der Werke und dem Wirken von Menschen aufmerksam, welche wirklich gegeben ist. Alle Ressourcen sind nach wie vor endlich. Jeder Krug wird irgendwann geleert sein.

Mit solchen Überlegungen findet Schneider zu seinem Gehalt. Dieser ist von seiner Art her ein kindlich-naiver geblieben. Die Sprachgestaltung, welche er zur Darstellung seiner Gedanken und Ideen anwendet, soll das vermitteln. Unterdessen erholt sich Schneider vom Werkschaffen. Er regeneriert regelrecht, wenn er da sitzt und das alles übersieht. Dabei kommt er in Gang und kann bald erneut etwas Gutes leisten. Nichts übermäßig Bedeutendes bräuchte das zu sein, was er da herstellen möchte. Es soll ein einfaches, aber gebrauchsfertiges Werk dazu ausreichen, ihm ein Vergnügen zu bereiten.

Nicht ohne dieser Sache ein gewisses Gewicht zu verleihen, möchte Schneider von seinem Dasein sprechen. So hat er auch seine anderen Dinge hergestellt. Diese sollen allesamt Zeugnisse der Bedingungen seines Daseins sein. Machen Sie sich bitte mit ihnen etwas vertraut, wenn sie das möchten.

Mit freundlichen Grüßen

Mathias Schneider

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Phasenweise einfach nur trist

Warum ich so vieles aufschreibe? – Na, weil ich gerne etwas lese. Und sollte es zuweilen auch nichts anderes als Schrott gewesen sein, was ich mir da alles aufnotiert habe, so kann ich doch etwas über mich selbst dabei lernen.
 
Eine Transformation aus den obigen Worten:
 
Leeres Blatt – klarer Kopf
Finde ich zu Worten, versemmle ich es bloß.
Ich bekomme es nicht hin, es soll wohl nicht sein.
Da bin ich mit mir noch lange im Unreinen.
Ich kann es nicht richten, kriege das nicht hin.
Und doch mache ich weiter damit, suche meinen tieferen Sinn.
 
Da mache ich weiter, kann bald nicht mehr aufhören.
Es stören mich dabei so viele wirre Gedanken,
legen mich in Ketten, bilden mir Schranken
ein und machen mich mürbe und müde.
Alleine nur selten erlebe ich Blüte-
Zeiten, um für mich selbst besser zu streiten.
 
Da packe ich es dann endlich an,
wenngleich auch nur für wenige Sekunden lang.
Ich drücke mich aus, diese Worte kommen vom Herzen.
Es spürt mich, da sind viele Arten von Schmerzen.
Mir ist damit nicht zum Scherzen zu Mut,
es dringt durch mich, es ist im Blut.
 
Ich kann es nicht und will das nicht ändern.
Als Dilettant erobere ich keine Länder.
Als Flasche bringe ich nichts zu Wege,
als solch ein Murkser habe ich wenig Chancen.
Und trotz all dieser vielen Dosen
Der Wortschwallerei breche ich doch nicht entzwei.
 
Ich einige mich auf ein paar wenige Gedanken.
Setze meinem Geist seine endlichen Schranken.
Natürlich werde ich einmal vergehen,
natürlich wird der Wind irgendwann meine Asche verwehen.
Doch so lange ich es kann, werde ich nicht bange deswegen sein.
Ist es dann auch vorbei, werde ich trotzdem nicht klein.
 
Ich gebe nicht bei und werde mich wehren,
ehe andere meine Dinge verkehren.
Beliebig ist mir noch immer nichts geworden,
es gibt was zu richten, Farbe zu bekennen.
Das viele Geflenne um Schwäche und Zeit,
dafür bin ich noch immer nicht bereit.
 
Ich erwehre mich gegen die verkehrte Moral.
Das ist notwendig und banaler Weise finde ich es gut, nicht Scheiße.
Schlecht und gut ziehen einander an.
Das geht so, da bin ich dran.
Darüber denke ich nach, das soll wohl so sein.
Es ist für mich die Wahrheit, und die soll zurecht so sein.
 
Wie ich es erkenne, so bedeutet es mir das.
Ich laufe drauf zu und erkunde mit Kraft.
Mit Worten bringe ich Licht in mein Denken.
Mit Gedanken ergreife ich Besitz von mir selbst.
Erspüre das Gefühlte und erinnere es dann.
Das ist meine Phantasie und die währt noch immer an.
 
Mathias Schneider, in Offenburg am 09.09.2018
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Der Traum ist aus!

Heute habe ich eine blöde Situation beim Warten an einer Ampel erlebt. Gerade als ich aus dem Bürgerpark in meiner Heimatstadt Offenburg herausgefahren bin, hat mich das Verhalten zweier anderer Radfahrer aufgeschreckt, ja brüskiert.

Ich habe eigentlich nur die Straße überqueren wollen. Darum habe ich den Schalter gedrückt, um ‚Grün‘ anzufordern. Neben mir ist noch ein zweiter Radfahrer dagestanden. Auch er hat brav gewartet.

Da habe ich ein Klingeln gehört und mich umgedreht. Ich habe wissen wollen, woher dieses Geräusch kommt.

Ein Fahrradfahrer in vollem Tempo ist auf mich zugerauscht. Er hat versucht sich hinter mir durchzuschlängeln, und das ohne seine Geschwindigkeit zu drosseln. Geflucht hat er obendrein!

Da bin ich stehen geblieben. Es ist einfach ein Schreckmoment gewesen. Da hat mich vorne herum beinahe ein zweiter Fahrradfahrer angefahren. Auch der hat sein Tempo nicht gedrosselt und lieber gemeckert, gerufen und geflucht!

Kaum dass diese beiden merkwürdigen Gestalten verschwunden sind, hat die Ampel auf Grün umgeschalten.

Mir ist der Schrecken daraufhin noch eine Weile in den Knochen stecken geblieben. Ist das noch normal?

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Probieren wir es mal?

Gegenwärtig scheinen die Menschen meines Heimatlandes sehr irritiert über das politische Geschehen zu sein. Abwanderungen aus der Mitte der Gesellschaft in Randzonen führen keineswegs zu einer Erstarkung positiver Kräfte dort. Und doch ist die gesellschaftliche Mitte im Begriff sich selbst zu unterhöhlen. Der kulturelle Raubbau an sich selbst nimmt der Basis ihr Rückgrat und lässt diese nicht gerade gestärkt erscheinen.

Die Politik des Konsens wirkt. Doch alleine nur noch selten werden da die Entscheider befragt, was denn nun ein solcher sei. Stattdessen dominieren scheinbare Provinzler mit Verlautbarungen und Reden das mediale Aufkommen an Nachrichten. Der Clash tritt als Schlagabtausch offen zu tage und wird über Medien gesteuert.

Manch ein Mundschenk kommentiert dieses Gebaren treffend. Probieren wir es mal? – ‚Wenn es nicht gut sein würde, können wir es hernach immer noch abändern.‘

Das aber wird nicht getreu einer politischen Linie sein, welche Standfestigkeit verkörpern möchte. Das bloße Ausprobieren ist eine Sache der guten Kinderstube, hat aber seinen Platz gerade nicht in der nationalen oder internationalen Politik. Davon wird auszugehen sein, hat man es da doch bereits in der Regel mit verantwortungsbewussten, erwachsenen Menschen zu tun.

Der Verlust an Standards ist zu verzeichnen. Da werden kaum die wesentlichen demokratischen Prinzipien beachtet. Freiheit ist ohne Brüderlichkeit und Einigkeit als Farce zu erkennen. Wie soll diese auch sich in gutartiger Weise auswirken können, ohne dass das Spektrum demokratischer Grundsätze als Gesamtes gelebt wird?

Es genügt keineswegs aus, die Demokratie auszuprobieren. Wir sind allesamt keine gefestigten Demokraten. Uns als solche zu bezeichnen wäre fatal. 30, 60 oder 120 Jahre einer demokratischen Grundordnung machen noch keinen überzeugenden Bürger aus einem Menschen. Wenn die Brüderlichkeit auf ihre Grenzen stößt, dann ist es auch keine. Wenn die Freiheit alleine nur die eigene verkörpert, dann vernachlässigt sie das Prinzip derselben, als welche sie einmal erdacht worden ist. Von der Einigkeit würde auch nicht mehr zu vernehmen sein.

Die Politik ist in Detailfragen zerschlagen, hat keinen Bedarf an Übersichtlichkeit. Kein Wunder ist es darum, dass der brave, zum Gelderwerb arbeitende Bürger kein Verständnis für diese Sache hat. Was soll das auch? – Es ist diesem wahrscheinlich unverständlich, welchen Weg unsere Gesellschaft gerade begeht. Das würde nicht alleine nur eine Verdrossenheit des Bürgers an den regierenden Instanzen sein, es ist auch deren Verdrossenheit an der Bürgerschaft, was unsere soziale Struktur so stark prägt.

‚Probieren wir es doch einfach aus?‘ – Immer wieder taucht dieser Satz beim Bedenken der Geschehnisse auf. Unvollständige, schlecht strukturierte Vorgaben und auch dazu gleichwertige Umsetzungen derselben bestimmen den Alltag. Das Rad könnten wir ja schließlich nicht neu erfinden. Also muss das Althergebrachte wiederholt werden. Da graut es mir davor.

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Eine eigentliche Unmöglichkeit

Eine eigentliche Unmöglichkeit besteht trotz aller gegebenen Freizügigkeit des Menschen. Wir könnten nicht wählen.

Weder unser Schicksal noch die Auswirkungen unserer Handlungen lassen sich durch uns selbst bestimmen.

Diesen Weg begehe ich. Er basiert auf einfachen Erkenntnissen.

Mit meiner Kunstsache könnte ich nicht bestehen, wenn ich meine Konstitution dabei vernachlässige. Diese Konditionierung meiner Innenwelt findet permanent statt. Ich würde sie nicht durchbrechen und auch nicht abändern können, ohne etwas dabei zu verlieren.

Das wird kein Nihilismus sein, wenn man der Gefahr für das eigene Leben ins Auge sieht.

Nein, dieses Dasein bedeutet mir etwas. Schmerz und Pein im Mindesten, manchmal aber auch Freude und Glück. Letztere sind keine Selbstverständlichkeit.

Gewisse Werke habe ich erstellt. Diese gefallen kaum, sind teilweise einfach, ja zu einfach hergestellt. Ob sie von Geschmack sind, wüsste ich nicht festzulegen. Manches setzt mich herab, anderes bringt mich in die Kritik. Was soll ich da bitteschön anderes tun wollen, als mich zu behaupten? – Was mir eingegeben ist, soll das Einzige sein, was ich wirklich mit Gedanken durchdringen kann.

Meine Kunstsache hat also eine existenzielle Bedeutung für mich. Mich gibt es alleine nur so. Ohne den Griffel in die Hand zu nehmen und etwas zu zeichnen, könnte ich nicht auskommen. Ich bedarf der Bilder.

Mich bremst dieses Arbeiten in meiner Entwicklung stark ab. Ich sehe darin manchen Grund für mich, um ernsthaft bleiben zu können.

In einer Welt, welche als Talfahrt von Permanenz aufzufassen ist, ist es gut, eine Bremse für sich gefunden zu haben. Das Bild, welches ich mir hier vorstelle, ist düster. Kaum etwas ermöglicht es da, sich in der Sonne zu aalen und alles als einen Genuss anzusehen. Nein, vielmehr ist diese Wahrheit bitter geblieben.

Müßiggang verzehrt alles Glück in einem Moment. Schneller kann kein Absturz sein, als es der freie Fall bedeutet. Und alles fällt herab. Da bin ich froh, mit etwas dagegenhalten zu können.

Ich setze mich trotz der drögen Art meiner Dinge mit diesen wieder und wieder auseinander. So kann das zu einer Arbeit werden. Mühsam sind die Wege eines Menschen, wenn er sich nicht verlieren möchte.

Real wird alleine nur der Niedergang des Lebens sein können. Diesen aufzufassen ist so. Ihn zu leugnen wird möglich sein durch Täuschung und Lüge. Und als solche sehe ich jenen Sachverhalt an, dass wir angeblich eine Wahl haben. Das Leben würde eine solche mit Sicherheit gerade nicht hergeben.

Haben wir uns erst einmal zur Willkür entschieden, dann verlieren wir auch bald allen Respekt. Da haben alle Dinge für uns plötzlich keine Bedeutung mehr. Nicht einmal den von uns verursachten Moment könnten wir da auffassen.

Das wird unser Dasein beschleunigen können. Alle Zeit wird sich das Rad weiterdrehen, und wir stehen davor und sind vexiert davon. Derweil vergessen wir uns, sind hypnotisiert von diesen verkehrten Ideen, welche so aufkommen können, und lassen alles zu, was man mit uns macht.

Ja, wir werden selbst zu Tätern, indem wir wählen. Die Auswirkung davon ist uns weder bekannt noch bewusst. Auch könnten wir die einmal getroffene Wahl nicht rückgängig machen. Da müssen wir dann die Suppe auslöffeln, welche wir eingebrockt haben. Und genau dorthin bringt uns jener Gedanke. Eine Freiheit ist alleine nur dort wirklich gegeben, wo diese auch besteht. Haben wir erst einmal ausgewählt und uns für etwas entschieden, geht diese verloren und ist weg. Eine Erneuerung davon könnte man sich weder beschaffen noch einkaufen gehen.

Unsere Entscheidungen nehmen uns die Freiheit. Könnten wir diesen freien Fall nicht abbremsen, so werden wir bald schon auf den Boden krachen. Alle Wege sind endlich. So wird auch dieser Höhenflug vorbeigehen. Wer jedoch nicht abbremsen können würde, was er an sich trägt und durchlebt, der würde dabei manches, wenn nicht gar alles verlieren.

Ist man erstmal derart beschleunigt unterwegs, gibt es da kein Halten mehr. Und dann gehen wir leer aus, ja werden selbst durch unsere Gedankenlosigkeit beschädigt.

 

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Die Variabilität des Kunstmarkts

Ein Maler könnte in der heutigen Zeit nicht anders Erfolg mit seinen Werken haben, als wenn er sich an den gerade gültigen Konsens unter den ‚Sammlern‘ von Kunst anbiedert. Dabei wird es immer eine Art sich an andere Menschen anzubiedern bleiben, wenn man diesen gerecht sein möchte. Da macht man keinen Hehl daraus, was man denkt. Ja, man steht gerade dazu. Man stellt es dar, was man fühlt und von der Welt begreift. Jedoch wird das alles allein nur angepasst, verdreht und folglich unwirklich sein.

Ein folgenschweres Problem mit dem Kunstmarkt sind die bereits bestehenden Werke. Diese müssen ja noch an den Mann gebracht werden. Da gibt es so vieles, was wertvoll und wichtig sein wird. Es ist praktisch kein Raum für etwas da, das noch nicht von den ‚führenden Medien‘ zur Kunst erklärt worden ist.

Das soll alles ja auch zusammenpassen. Nicht allein nur farblich, auch geschmacklich mögen es die Leute gerne in Grau gehalten. Das aber auf eine möglichst bunte Weise, denn der trübe Unterton davon sollte ja bitteschön nicht grundlos zu entdecken sein.

Regelmäßige Muster an den Wänden, wie sie vormals gerne gesehen worden sind, werden heutzutage gerne mit einer zeitlichen Strukturierung unserer Lebensweise ersetzt. Da strahlen die Wände reines Weiß ab. Diese Fähigkeit zur Strukturierung wird eingefordert und gilt manchem als gesundheitsfördernd. Den Minderwert davon, also die erfahrbare Verarmung dadurch wird gerne geleugnet. Man gewinnt ja an Klarheit dadurch hinzu.

Was aber soll diese sagenumwobene Klarheit ausmachen? Wer kann bitteschön eine solche von sich belegen? – Eine Existenz davon würde nicht zu belegen sein.

Klarheit zu fordern bedeutet manchem auch die Unklarheiten zu beseitigen. Da verleugnet er sie einfach. Was aber nicht gegeben sein könnte, wird zu Unrecht als Zustand von hoher Güte anerkannt. Welch ein Affentanz das doch ist, was die Leute da tun.

Jene Vorgabe, man solle sich klar ausdrücken, wird die Höhe davon sein. Wer kann es bitteschön begreifen, was das bedeuten soll? – Darum verhaspelt sich der bemühte Mensch. Derweil werden wir immerzu noch stärker von einer solchen Unwirklichkeit in Beschlag genommen. Diese herrscht bereits oftmals bei uns vor und macht uns auch etwas aus. Aber das Problem dahinter könnten wir nicht ausmachen, weil es zu diffus ist. So etwas würde sich nicht von sich aus ergeben.

Was aber soll der deutsche Kunstmarkt mit diesem düsteren Kapitel menschlicher Zustände gemein haben? – Nun, wir Menschen sind imstande dazu, alles das zu wiederholen, was jemals auf dieser Welt schiefgegangen ist. Wir kleiden uns heute zwar etwas anders, in den Klamotten stecken aber die gleichen Leute drinnen.

Übel aufstoßen möchte mir das Procedere dieser Gesellschaft, mittels dem die offensichtlich Fleißigen belohnt und die offenkundig Faulen enteignet werden. Durch Leistung in Form einer redlichen Bemühung kann niemand mehr einen Apfel oder Blumentopf gewinnen. Wie verkehrt das eigentlich sein wird, möchte keiner mehr bedenken. Da nimmt man es hin.

Hinnehmen möchte ich es jedoch nicht, dass solche Dinge von Wert ungeachtet bleiben. Darum zeige ich meine Werke vor. Wie die Leute darauf reagieren, das kann zuweilen schrecklich für mich sein. Gemeinplätze kommen dabei zuhauf vor. Manches floskelhafte Getöse macht sich zudem bemerkbar. Wer falsch ist, der findet es schön, was ich da tue. Wie das aber wahr sein kann, das zeigt er mir selbst kaum vernehmbar auf. Unverständlich sind selbst die klarsten Äußerungen davon geblieben, weil sie oftmals einer emotionalen Basis entbehrt haben.

Doch unsere Gesellschaft hält ihre Normen für akzeptiert. Es sind immer die anderen, welche diese bestätigt haben. Ich selbst kenne keinen, der das freimütig in dieser Weise durchgeführt hat. Darum halte ich sie für ein Gerücht. Als solches haben sie jedoch keinen Bestand.

Darum halte ich den Kunstmarkt und dessen Konsorten für variabel, ja beliebig. Das, was heutzutage unser Denken und Dasein bestimmt, ist eine Scheinwelt von absonderlicher Güte. Die Wahrheit ist anfechtbar, angreifbar zudem und auch gewiss verletzlich. Unantastbar ist allein nur die Würde des Menschen, der Schemen seines Menschenwertes. Dabei wirkt er irgendwie unberührt. Offensichtlich haben die Menschen Angst davor, dass man ihnen zu nahe kommt.

Doch unwirklicher kann kein Moment dieses Lebens sein als dieser. Wer da nicht berührt sein würde, der wird sich auch sonst wie ein Paria fühlen müssen.

Solcherart wird die Leugnung der wahren Menschennatur ausfallen. Das Muster durchdringt mit seiner Struktur den Habitus von uns allen. Es setzt der Gesellschaft die Narrenkappe auf. Alle sind eigentlich damit befasst, dieser Sache gerecht zu werden, obwohl es sie gar nicht geben würde.

Das ist so absurd. Es würde nicht gut sein, das zu glauben, dass eine Struktur von sich aus existiert. Wenn sie aber nicht existent sein würde, wie soll sie da zu einer berechtigten Bedingung für uns selbst werden können?

Da frönen die Sachverständigen ihren vorgefertigten Erkenntnissen. Das macht das alles sehr variabel. Wie diese aussehen und was sie besagen, lässt sich allein nur vermuten. Man könnte es nicht wissen. Es entbehrt jeglichem Nutzwert.

Das ist gemein von mir, schließlich kostet manche Pappe ja mehr als ein Haus oder ein Schiff. Darum will ich es besser dabei belassen. Na schön, dann macht halt weiter so und raunt und staunt über den Wert dieser Gegenstände. Vielleicht spornt das manchen ja zu noch mehr Leistung an. Wer möchte nicht einen teuren Druck mit Expertise eines Kunstsachverständigen sein eigen nennen können?

Ich persönlich halte es da mit der Kunst wie mit dem Essen. Was mir nicht geschmeckt hat, das möchte ich auch nicht zu mir nehmen.

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Sprachgestaltung als Moment einer Innenschau

Hitzige Stimmungen erlebt man bei den Menschen derzeit. Da hat bald jeder etwas, was für ihn ein gefundenes Fressen ist, und über das er sich inbrünstig auslassen möchte. Dank der sozialen Medien ist das in einem gewissen, aber dennoch begrenzten Rahmen auch möglich. Diese Akte der Sabotage wird schon keiner mitbekommen, denkt man bei sich vielleicht. Es ist ja nicht ganz so öffentlich gesagt worden, meinen da manche offensichtlich. Und es haben viele Menschen mit dieser Destination selbst etwas kund zu tun. Dabei wird das Mitgeteilte zuweilen umso wirrer, je wichtiger diesen das gesagte Wort zu sein scheint. – Das nennt man dann wie? – Ich habe keine Ahnung. Aber ich kann leider auch kaum etwas davon richtig zuordnen. Es ist einfach schwierig das zu versuchen, wenn jemand ohne den Satzbau der uns vorgegebenen Sprachvariante zu beachten, diese für quasi aus ihm heraus gegrunzte Ansammlungen von Silben und anderen Gruppierungen von Buchstaben gebraucht. Gehör möchte er vielleicht finden. Anerkennende Worte möchten da ebenfalls aufkommen. Eine nicht gar so einfach zu lösende Aufgabe würde das dennoch für mich sein.

Ich bin bisher nicht dazu begabt gewesen, die Dinge klar zu sehen oder gar im hellen Schein meiner Gedanken im Voraus zu erahnen. Das würde auch in Zukunft nicht anders als so bei mir sein können, erwarte ich da. Meine Vorstellung von diesem Dasein begreift die eigentliche Begrenzung meiner Befähigung und Fertigkeit besser, als die offensichtliche Freizügigkeit, mit welcher andere Menschen die Bedeutung ihrer Meinung untermauern. Deren Selbsteinschätzung, so kommt es mir vor, ist so gering von ihrem Wahrheitsgehalt, dass diese sich auf ein durch das gegenwärtige positive Recht, welches nichts anderes sein würde als ein Zwang, dieses geltende Recht zu akzeptieren, weil es den Rechtsgrundsätzen des Grundgesetzes entsprochen hat und das auch weiterhin so tut, begründetes Wissen um das Recht des Einzelnen beruft. Das Recht des anderen Menschen, das Recht der anderen Menschen, das Recht von Gemeinschaften und allen Arten von Gruppierungen einer Bevölkerung im Inland und Ausland, von der eigenen Nation und von allen anderen Nationen genauso bleiben dabei unbehandelt. Was diese aber keineswegs bleiben werden ist mit folgendem Adjektiv gut zu verdeutlichen: unberührt.

Wenn nun aber die Unberührtheit des Einzelnen eine Unversehrtheit beinhaltet, dann kann diese alleine nur dann ihre Gültigkeit als Realität erzielen, wenn jeder daran in gleichem Maße beteiligt ist, aber nicht dadurch benachteiligt sein würde.

Meinungen, welche andere Menschen beeinträchtigen, sind genau darum keine gewesen, weil die dadurch erzielte Gewalt über den Menschen akut geworden ist. Angriffe, und seien diese auch verbaler Art, haben eine Folgeerscheinung. Diese würde, anders als es bei einer Meinung der Fall ist, nicht alleine nur etwas sein, was den Meinenden selbst bedingt hat. Es bedingt die Menschen überhaupt. Andere Menschen können das sein, welche dadurch betroffen sind. Und es können genauso gut oder schlecht auch ganze Gruppierungen einer Gesellschaft, welche rechtmäßig bestehen, durch den Einzelnen angegriffen, diffamiert und gebeutelt werden.

Jede Gruppierung kann also das Opfer von Attacken werden. Wie soll das angehen? Und wie soll das überhaupt zu erklären sein, wenn nicht durch einen geringen und vielleicht zuweilen sogar niederträchtigen Wesenszug des Ausübenden einer solchen Gewalt?

Vielmehr ist nicht alleine nur das Individuum bei seiner Meinungsbildung zu schützen, sondern auch das, was die Fähigkeit zur Bildung einer Meinung toleriert, hat dafür zu sorgen, dass Meinung und Attacke, Gewalt der Worte und Gewalt der Lüge nicht all zu sehr miteinander verwechselt werden könnten, sondern auch weiterhin klar unterschieden werden können. Schließlich ist unser Rechtssystem doch auch bisher schon für etwas gut gewesen. Manches wird da geradegerichtet durch die Rechtssprechung. Verständliche Urteile münden in einen Begriff des Gegebenen.

Und doch ist das mediale Zerreden der Gedanken ein Zerwürfnis unserer Gesellschaft. Diese Folgeerscheinung der technischen Möglichkeiten einer Gegenwart, welche das Internet kennt, macht das offensichtlich, würde jedoch nicht die Ursache dieser menschlichen Verhaltensweise sein. Jeder kocht mittlerweile an diesem Brei mit, welchen wir da vorfinden können. Dieser wirkt sich zeitweise schicksalsträchtig auf unsere Kultur aus. Die entscheidende Zutat hat manch einer schon hinzu gegeben, was dieses Gebräu auch nicht schmackhafter gemacht hat. Fade ist da selbst der Tenor der hungrigen Kostenden, welche dieses Essen ‚loben‘. Zumindest scheint das zuweilen unglaubwürdig zu sein, was da und dass da überhaupt etwas gelobt wird. Das Beispiel dazu möchte ich aus strategischen Gründen jetzt jedoch nicht hier ausdrücklich benannt wissen. Dieses gebe ich dort wieder, wo ich von diesem heutigen Beitrag selbst etwas zu erzählen gedenke. Es ist also das Extra für ein Gespräch mit realen Personen, und mir nicht für den Moment der Erzeugung dieses Textes relevant erschienen.

Ausgangspunkt des Vorhabens, dieses Stück eigenes Gedankengut von mir selbst aufzuschreiben, ist die sprachliche Überlegung gewesen, welche ich nun im Nachhinein noch zusammen zu bekommen versuchen möchte. Diese hat den vorherigen Beitrag meines Weblogs zu interpretieren versucht. Da habe ich die Worte gedreht und gewendet, um es als Idee mir wieder greifbar zu machen, was ich eigentlich gerade auf den Punkt zu bringen versuche.

Doch es ist, wie es ist, nach wie vor geblieben. Ich habe die Sequenz der vorher gedachten Worte im Moment nicht parat behalten.

Es ist ein gedanklicher Entwurf gewesen, weiß ich da noch darüber zu sagen. Mittels diesem habe ich auf jene durch die Überschrift dieses Beitrags angedeutete Sache eingehen und darüber hinaus es auch noch belegen wollen, dass ein Recht mehr wiegt als ein Unrecht. Das Recht setzt sich quasi selbst als ‚Bedarf‘ gegenüber dem Unrecht, für welches kein ‚Bedarf‘ bestehen soll, durch.

Jene, bei der Innenschau eines Menschen durchgeführten Bewertungen haben immer das Recht in ihrem Sinn behalten und es über das Unrecht gestellt. Das ist meine Vorstellung von Ordnung. Zu früheren Zeiten ist sie das gewesen, hat aber auch weiterhin Bestand für meine Innenschau behalten.

Auch hier führe ich die dazu anwendbaren Beispiele gerne zu anderer Zeit an anderem Orte durch, weil solche Sachverhalte auf eine Situation passend gemünzt besser von einem Zuhörer angenommen werden können. Die Situation lässt sich keineswegs generalisieren oder gar für beliebig abtun. Eine Situation ist immer die positionelle Konfiguration jenes Sachverhaltes, welcher den Ausgang der Dinge möglich macht. Dieser ist definiert, aber nicht generell gleich oder gar identisch und darum auch keineswegs im Voraus bekannt.

Somit sind jetzt bereits zwei Bedingungen einer Sprachgestaltung bekannt, weil deren Vorhandensein hier Gültigkeit erlangt hat. Durch die speziellen Worte hier ist es bekannt geworden, was ich nun sagen möchte. Da wissen wir nun, dass ein Beispiel, nicht ohne die Wertigkeit eines Moments zu erfassen, gegeben werden sollte. Und wir wissen es, dass wir für uns einen solchen Moment klar verständlich erfassen können, so dieser auch wirklich gegeben ist. Der Verlust dabei wird alleine nur scheinbar sein. In Wahrheit ist es eine Ersparnis. Etwas an Verwirrung wird durch diese vor ihrer Entstehung überhaupt bereits aufgehoben. Da hat es der Mensch leichter damit, sich zu verwirklichen.

Und es wird uns jetzt auch bereits der Nutzen oder die direkte Folge dieses Vorgangs einer Beschränkung von uns selbst beim Mitteilen eigener Gedanken klar sein können. Wir bewahren die Kausalität des Moments. Der uns offenbare Gedanke wird da als Grundlage der eigentlichen Entscheidung anerkannt und auch so von mir wahrgenommen. Diesem Gedanken getreu bilde ich meine Idee davon zu einer verdichteten Assemblage aus, diesem Text eben, wie er hier vorkommt und ihnen gerade erschienen ist.

Doch was wird der Schlüssel zu dieser Art von Gedanke sein? Durch welchen inneren Vorgang eines Menschen wird mein Wort zu erschließen sein? – Da denke ich nach. Etwas davon möchte ich Ihnen vorzeigen. Folgende Fragen stellen sich mir. Diese benenne ich bereitwillig und gerne, weil sie direkt mit dieser Sache, welche ich hier behandle, in Vereinigung bestehen.

  • Wie kann ich es erreichen, dass meine Worte das Ziel meiner Intention erreichen und dieses nicht etwa verfehlen würden?
  • Mit welcher Idee kann ich mich meinen Mitmenschen eindeutig zu verstehen geben und welche andere Idee scheidet aufgrund ihrer eigentlichen Beliebigkeit von vorneherein aus?
  • Welcher Gedanke tritt bei mir zeitnah auf und wie kann ich diesen in Einklang mit dem bereits aufgeschriebenen Wort halten?

Zurück wende ich mich jetzt an den Ausgangspunkt dieses Textes. Die da erwähnten hitzigen Momente im Alltag bedenke ich da nochmals bei mir. Wie diese doch das Dasein beschweren können!

‚Wenn jene in Not von jenen ohne Not etwas zugeteilt bekommen, was die Not aufheben soll, dann erkennt man dieser Sache doch leichthin an, dass da ein Problem bei der Kompetenz zur Erfüllung dieser Aufgabe offensichtlich wahr werden oder gar vorherrschend sein kann.‘ – Das ist der ungefähre Wortlaut des Gedankens, welcher mich zur Abfassung dieser Schrift gedrängt hat. Jetzt habe ich ihn endlich erinnert.

Diesen habe ich ursprünglich sprachlich zerpflücken wollen, um die Bedeutung der Sprachgestaltung für eine Fertigkeit im Bedenken des Gegebenen zu untermauern. Aufgrund der aber nun bereits anderweitig erfolgten Fülle der Mitteilung meiner Gedanken und Ideen gehe ich davon aus, dass eine Erklärung zu diesem Satz nicht weiter gefordert zu werden bräuchte. Der Text würde durch eine Veränderung der Gedankengangs inkohärent werden können und ich somit Gefahr laufen, es zu übertreiben oder gar den roten Faden in diesem Labyrinth aus Worten aus der Hand zu geben. – Dem sei zu entsprechen.

Die Sprachgestaltung, in ihrer Funktion als Mittel zur Innenschau und einer Erfahrung jener Momente dabei, welche da vorkommen können, hat derweil dennoch ihre Früchte hervorgebracht, was nicht unbedingt verachtet werden sollte.

Möchten meine Gedanken auf manchen zuweilen auch arg gestelzt gewirkt haben, ja das hier sogar wie eine müssige Unternehmung von mir erscheinen, so habe ich das doch geleistet und kann mich da kaum herauswinden. Meine Betrachtung des Rechtsstaates, wie er gegeben ist, möchte ich keinesfalls zitiert wissen. Diese ist spekulativ von mir durchgeführt worden und hat kein Studium der Bücher dazu bei mir mit sich gebracht. Keineswegs bin ich legitimiert dazu, dieses Rechtssystem zu beurteilen oder gar zu bewerten. Möchte ich mit mancher dieser getroffenen Aussagen auch die Ordnung erkannt und da so manches zurecht preisgegeben haben, was mir an Gedanken und Ideen schon dazu eingekommen ist, so bin ich dennoch nicht in der Verfassung gewesen, so etwas richtiggehend zu bestimmen.

Das soll kein Herauswinden aus einer Schlinge sein, was ich da zuletzt sage. Es ist eine Selbsteinschätzung, welche meine vermeintliche Selbstüberschätzung relativeren soll. Was da manchmal von mir geäußert worden ist, hat vielleicht nicht immer Hand und Fuß besessen. Ich wüsste das nicht festzulegen.

Eines kann ich jedoch getrost Ihnen als Leserschaft mit auf den Weg geben. Mein Verständnis von der uns durch diesen Staat garantierten Meinungsfreiheit hat immerzu auch die folgende Variante davon zusätzlich noch zum Recht auf das Sprechen von Worten beinhaltet: Nämlich mein Recht, es gerade nicht mitzuteilen. Meinungsfreiheit wird so zu einer Barriere. Sie kann nicht alleine nur aktiv eingesetzt werden, beim Sprechen etwa, sondern auch passiv, quasi als Schutz.

Vielen Dank

 

 

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Beliebigkeit als Machtmittel

Neuere Nachrichten der letzten Tage scheinen Unglaubwürdiges zu Tage zu fördern. Da wird mit ganz heißem Feuer gespielt. Und jene, welche das tun, zündeln damit an der Existenzgrundlage anderer Menschen herum. Was wird sein, wenn diese verloren geht?

Offensichtlich ist es so, dass die eigene Existenz dieser Herren und Damen nicht von solchen Nöten betroffen ist, wie andere das durchweg aus ihrem Dasein kennen. Ein Irrweg entsteht.

Platte Reifen und brennende Häuser sehe ich da herbeikommen, und das ist mir nicht einfach so geschehen, sondern bedingt durch die Erkenntnis, dass es im Gefängnis wenigstens etwas zu Essen gibt. Oder Krankenhäuser, welche ambulant Essen ausgeben, um die eigenen Ressourcen zu limitieren. Wer will schon, ja wer kann schon ohne etwas zu Essen auskommen?

Ein Zustand regelmäßiger Fehlernährung führt notgedrungen zum Krieg einer anderen Art. Kriege ich bitte ein Brot? Kriege ich bitte einen Apfel? – Oder gleich mit Ausrufezeichen versehen. Ich bekomme das Brot! Ich nehme mir jetzt mal den Apfel!

Was manch einer vielleicht als verquere Reaktion von mir abtun wird, ist eigentlich eine empathische Reaktion von mir auf heutige Nachrichten, gelesen auf einer öffentlichen Plattform im Internet. Das lesen viele. Ob es diese auch wirklich interessiert, das könnte ich nicht sagen. Wahrscheinlich ist der Sportteil wichtiger. Doch was hat man von einem Sportteil noch, wenn einem der Stuhl unter dem Hintern brennt?

Ach, übrigens ist der Sport wegen seiner Fairness als Vorbildfunktion für junge Menschen leidlich ungeeignet. Da wird gedopt, um sich Vorteile zu verschaffen. Es wird das Material frisiert. Zudem führen Beleidigungen mitunter indirekt zu Siegen. Beispiele dafür hat es schon einige gegeben. Mir ist jeweils eines bekannt, aber ich habe ja auch nicht den Sportteil gelesen. Ich repetiere das aus der Erinnerung an frühere Fernsehabende und anderen Quellen.

Fairness und Leistung sollen beim Sport Hand in Hand gehen. Kompetitive Wettbewerbe ohne Fair Play sind jedoch eine Farce.

Die politische Landschaft von heute hat dem nichts entgegenzusetzen. Doch sie nimmt zusehends das Fair Play heraus. Der Leistungsdruck wird erhöht. Da setzt es schnell mal eine Ohrfeige für den, welcher nicht gekonnt hat, was er gesollt hat.

Die Kultur der Ohrfeigen ist im Kommen, scheint es mir. In Deutschland verrohen die Sitten auf allerhöchster Ebene. Bis in die staatstragenden Organe hinein dringen jene vor, welche festzulegen bereit sind, wer existieren darf und wer nicht. Da wird doch wer ausgegrenzt, denke ich schlüssig weiter. Eine Existenz ist die Grundlage jeder bürgerlichen Mitverantwortung.

Doch die Hirngespinste der Erzeuger eines solchen Leistungsdrucks reichen weit und gehen tief. Dabei möchte ich gerne wissen, welches Zugpferd da drückt und welche Mittel das sind, welche es dafür einsetzen kann.

Ist es nicht eher die Spirale der Bereicherung gewesen, welche zusätzlich zur Selbstermächtigung einiger solcher Gesellen, Genossen, Proleten oder was auch immer denen als Aspiranten der neuen Stärke in diesem Land zur Motivation dient? Ja, wer hat etwas, und warum sollte das diesem nicht dafür ausreichen können, um sich aus dieser Gewaltspirale nicht doch heraushalten zu wollen?

Gewalt führt zu Gewalt. Erhöhen wir die Staatsgewalt, würde da auch Gegenwehr nicht unwahrscheinlich sein. Stellen wir aber die Lebensgrundlage von Menschen zur Diskussion, ja schaffen wir diese ab, dann ist sie bereits legitimiert.

Selbst im alten Rom hat noch der Grundsatz ‚Brot und Spiele‘ gegolten. Da die Spiele für viele bereits ausgefallen sind, weil eine Teilhabe daran aus gewissen Gründen nicht mehr möglich gewesen ist, ist nur mehr das Brot geblieben. Nimmt man das diesen Menschen auch noch weg, dann bedarf es alleine nur noch eines weiteren Neros, um klar zu machen, welche Zustände wirklich vorherrschen.

Das Spiel mit dem Feuer kann teuer sein. Und es gibt manchmal keine Möglichkeit, es dem Feuer zu verbieten, seinen Dienst zu tun.

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