Schöne, neue Welt

Heute habe ich die Faxen dicke von dem, was in unserem Land gerade passiert. Das macht mich nervös, da verliere ich meine Haltung. Ein Konsens des Schweigens scheint da vorzuherrschen. Wer schweigt, der hat noch lange nicht gelogen. Aber darf man wegsehen? Und was ist, wenn man zusieht?

Was ich sehe ist bitter. Eine Realität soll doch bitteschön wahrgenommen werden können. Was ist, wenn das nicht mehr so sein würde?

Eine schöne, neue Welt ist das. Moderne Zeiten, seit jeher gibt es die. Und in solchen Zeiten geschehen widerwärtige Dinge.

Das ist meine aufs positive ausgerichtete Ausdrucksweise, wenn ich das so schreibe. Alles wird gut. Aber wie soll das sein können?

Was dürfen wir erwarten und was gesteht man uns zu? Macht das einen Unterschied? – Das frage ich mich da.

Also gehe ich in mich. Ich stelle fest, dass ich unzufrieden bin. Das, was geschieht, finde ich blöde. Wir werden für dumm verkauft, von wem auch immer. Aber würden wir das nicht auch sein, wenn wir weiterhin zusehen, was geschieht?

Zusehen kann man überall. Man benötigt allein nur einen Fernseher dazu. Dann kann man es lernen im Ambiente des schicken Wohnzimmers Angst vor dieser Welt zu kriegen.

Das würde nichts sein, was meinem Wunsch im Leben entspricht. Ich sehe es nicht ein, dass ich zufrieden zu sein habe. Nein, ich möchte mich beschweren. Es hat auch etwas mit mir zu tun, über was ich mich beschweren möchte. Ich bin also berechtigt dazu darüber zu klagen.

Unsere Welt ist irre geworden. Was man uns einmal als angenehm und gut verkauft hat, das macht uns jetzt schon das Leben zur Hölle. Solche Annehmlichkeiten sind das, welche uns Menschen nicht dauerhaft gut tun würden.

Unsere Gedankenlosigkeit ist unübertroffen. Wir lassen uns bannen und werden auch gebannt. Trickdiebe stehlen uns unsere wichtigsten Momente. Im Leben gibt es keinen Schutz mehr vor irgendetwas. Stattdessen kriegen wir auf die Fresse.

Man tritt auf unser Recht. Es würde nicht mehr wert sein, als es gerade willkommen ist. Wer sich nicht zu helfen wissen würde, der kriegt es ab.

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Weder noch… oder der Ausweg aus Absurdistan

Neulich, gerade eben und auch sonst habe ich das Gefühl bei mir wahrgenommen, dass etwas mit uns Menschen nicht so richtig stimmen würde. Wir haben so viele gute Gedanken, setzen auch manche davon um, aber es kommt doch unterm Strich etwas ganz anderes bei uns zum Tragen und hat dieses Dasein in einem nicht unerheblichen Ausmaß mitbestimmt. Da kann man machen, was man möchte, es bleibt, was es ist. Und unterdessen sehen wir ganz dumm aus. Wir verspielen nahezu täglich die Chance dazu, etwas zu ändern.

Wenn es etwas zu ändern geben wird, dann soll das begründet sein. Das wird so wahr und richtig sein. Diesen Anspruch kann man haben. Das ist gut gesprochen, finde ich. Bauen wir doch einfach etwas auf uns selbst und erscheinen an dieser Welt mit unserem Habitus, ganz gleich wie dieser ausfällt. Nehmen wir doch endlich daran teil und versuchen es, als Mensch damit zu bestehen, dass wir das tun.

Keimlinge setzt der Gärtner und züchtet mit diesen schöne Pflanzen für die Zier- und Nutzgärten. Warum sollte man es nicht einem solchen Gärtner gleichtun und auch selbst etwas auf sich und die eigenen Werke halten? Würde das nicht der Anfang aller Größe sein?

Überhaupt frage ich mich, aus welchem Grund es heutzutage so leichthin möglich ist, andere Menschen für deren Handeln zu diskreditieren, aber trotzdem so schier unmöglich, etwas aus eigener Kraft zu erwirken? Kann es wahr sein, dass dazwischen ein kausaler Zusammenhang besteht? Haben etwa in unserer kompetitiven Gesellschaft all die Menschen aufgehört an andere zu glauben? – Wäre das so gegeben, bräuchte man der Gesellschaft gegenüber auch keinen Dienst zu leisten. Dann hat diese versagt und ist des Menschen überdrüssig geworden.

Welchen Ausweg gibt es da? Und wie kann man aus eigener Kraft für sich selbst einen ordentlichen Weg generieren, welcher auch zu etwas Geeignetem führen wird?

Absurdistan ist ein sehr reales Land. Nichts würde dort wertgeschätzt sein, allem ist man überdrüssig. Wer das erkannt hat, würde sich dort nicht mehr sicher fühlen können.

Ein Ausweg aus diesem Jammertal wird das ‚weder noch‘ sein. Da bilde man einfache Sätze damit und schaue es sich an, wie weit man mit diesen kommen kann.

Man entziehe sich dem kümmerlichen Verdrehen des Gegebenen und achte wieder auf sich selbst. Böses und Gutes stelle man nebeneinander, Gutes und Schlechtes werde da endlich vereinigt. Warum auch soll etwas, das so spannend ist wie dieser Zusammenhang, langweilig genannt werden können?

Das Gute sollte sich nicht im Guten verlieren. Ebenso wenig sollte nichts Böses vom Gutartigen abgelöst werden. Heilkräfte zuhauf werden da aktiviert, anders würde das nicht gutgehen.

Absurd ist es meiner Meinung nach einen Gesunden für gut zu erklären. Ebenso aberwitzig empfinde ich es, wenn davon gesprochen wird, dass das Gute und das Böse einander opponieren. Wer hat damit angefangen? – Das frage ich mich da. Und doch habe ich diese Frage nicht erheblich gefunden. Sie gehört dazu, bringt einen aber kaum weiter voran.

Allein eine Welt wird den Menschen gegeben sein. Jeder muss in dieser sein Dasein fristen. Keinem soll es da besser ergehen als dem Schlechtesten von uns. Das fände ich fair und gerecht.

Ein Ausweg aus der Absurdität der scheinbaren Ordentlichkeit der Menschen hierzulande sollte nicht schwierig zu begehen sein. Man erlerne es einfach, sich selbst wieder zu vertrauen und eine eigentliche Meinung zu haben, welche aus dem wirklichen Schatz der eigenen Erfahrung erwächst.

Weder dies noch das haben einen anderen Menschen weitergebracht. Nichts würde gut für so jemanden sein. Alles wird also etwas Schlechtes sein. Damit zurechtzukommen tut Not. Es bleiben zu lassen würde dagegen nicht so sehr erforderlich sein, wie es ein Bestehen des Menschen ist.

Kommen wir doch trotz all dieser Fragwürdigkeiten, welche hier nun angesprochen worden sind, mit etwas klar und fragen uns es einfach einmal, was wir davon zu halten bereit sind! – Weder dies noch das wird für einen Sprachgestalter, wie ich es bin, erheblich sein. Und doch habe ich damit einfach wieder den blanken Nerv etwas Spüren machen wollen. Vielleicht wird ist es notwendig, sich es einmal klar zu machen, dass es einen solchen gibt und dass trotz diesem sogar vielerlei Dinge gegenwärtig falsch entschieden werden.

Da komme ich nun zum Schluss mit meinem Streich und endige das weitere Notieren eines solchen Schabernacks für den heutigen Abend. Gewiss hat mancher es gerne, sich mit meinen Inhalten zu befassen. Aber das würde nichts sein, was Bedeutung hat. Vielmehr als das soll es darum gehen, dass man sich beteiligt. Und als Beteiligter kann man geradezu etwas erlernen.

Vielen Dank

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Das Leben eines ‚Art-Trash‘-Aktivisten

Ein Istzustand darf gerne in einfacher Weise dargestellt werden, findet Schneider. Alle Erkenntnis eines Lebens würde nicht gut zu gebrauchen sein ohne eine solche Konklusion. Das Zusammenführen der Kettfäden auf der Rolle eines Rahmens durch einzelne Knoten macht den Stoff, um welchen es gehen soll, erst herstellbar. Dessen Struktur bildet dabei eine feststehende Matrix regelmäßiger Art aus. Und genau so soll auch diese Retrospektive auf das Leben des Kunstschaffenden Schneider ausgeführt werden. Nicht ohne Grund sagt der Autor dies, hat er doch sich vielfach schon beim Schreiben in unmögliche Positionen gebracht und auch regelrecht verlaufen.

Viele Jahre einer mühevollen Aufbereitung seines Werkes hat der Autor jetzt bereits abgeleistet. Doch eines ist ihm dabei in dringlicher Weise klargeworden. Möchten seine Bilder und Schriften auch eine eigene Note an sich tragen, so ist das doch allein nur ein Werkschaffen unter vielen. Hervorgetan haben möchte Schneider sich derweil nicht. Er wünscht es sich vielmehr, in einen Verbund anderer Kunstschaffender integriert zu werden. Doch eine natürliche Skepsis gegenüber Organisationen und eine eigene Art der Zurückhaltung machen es ihm schier unmöglich, noch stärker auf seine Mitmenschen einzugehen, als er das eh schon getan hat. Er hat es so befunden, dass das von ihm Geschaffene bereits dazu ausreicht, um sich ein Bild von ihm zu machen.

Sein Ziel ist es, das eigene Wirken bald zu einem guten Abschluss zu bringen. Jenen von ihm in die Wege geleiteten Prozess möchte er einmal gänzlich erfüllen können. Es ist ihm derweil gleich gewesen, ob seine Bemühungen utopischer Natur gewesen sind oder nicht. Immerhin sind es welche.

So ist es wahr für ihn, dass er etwas im Netzwerk des Internets vorgezeigt hat, für das es noch gar kein Publikum gegeben hat. Seine Art der Darstellung von Motiven ist durchweg speziell und eigen. Andere leisten wahrscheinlich etwas Besseres als er und haben dennoch praktisch keinen Nutzen davon, sich mit seinen Inhalten zu befassen. Wie soll es Schneider da erwarten wollen, dass er mit seiner Malerei oder seinem Schreiben einen gewissen Erfolg einfahren kann? – Das alles würde so nicht gegeben sein. So hat er seine Aufgabe abgeändert und sich ein anderes Ziel gesetzt.

Als ‚Art-Trash‘-Aktivist streitet er von nun an für eine Wahlfreiheit des Menschen. Auch innerhalb der medialen Welt der erscheinenden Dinge soll es eine solche geben können.

Da ist er dazu übergegangen, die Thematik der Suggestion anzusprechen und als Merkmal der Gegenwart anzuprangern. Dadurch hat er sich selbst gewiss etwas isoliert. Und doch sieht er einen Mehrwert darin, neben dem eigenen Werkschaffen auch jene Motivation darzustellen, welche zu diesem geführt hat. Derweil glaubt Schneider, dass es keine Klarheit darüber bei den Menschen gibt, wie sehr beeinflussbar sie sind. Diese tun allein nur so, als hielten sie allem stand. Immerzu verstricken die Menschen sich in Unwägbarkeiten und anderem Zeugs, wenn sie etwas von sich gegeben haben. Der Gebrauch von Schlagwörtern ist dabei zu einer Waffe gegen den eigentlichen Verstand eines Menschen geworden, welcher sich auf eine eigene Weise zu bedenken weiß. Am Ende dieser Entwicklung wird es keinen solchen mehr geben, pure Unvernunft soll das weltliche Merkmal davon sein.

Das ist zu erfahren. Unter solchen Umständen hat Schneider es schwer zu existieren. Er hat sich bisher auf einem Kunstmarkt weder mit eigenen Werken etablieren können, noch sonst etwas Geeignetes mit diesen erreicht. Man achtet ihn im privaten Rahmen als Bastler solcher Dinge, vernachlässigt seine diesbezüglichen Gedanken und Ideen, welche er zeitweise auch mitgeteilt hat, aber doch stark. Diese werden kaum von jemandem angehört. Wie aber sollen sie da ankommen und verstanden werden? – So ist es eine Wahrheit des Daseins von Schneider geworden, dass er Stufe für Stufe die ‚Treppe‘ nach unten nimmt. Sein gesellschaftlicher Abstieg ist praktisch dabei, von ihm weiter verwirklicht zu werden.

Derweil hat er für sich das Projekt ‚Beggar’s Art Service‘ als ein Medium auserkoren, wo er solche Beweggründe aufnotieren kann. Mit diesem macht er auf eine Vergänglichkeit der Werke und dem Wirken von Menschen aufmerksam, welche wirklich gegeben ist. Alle Ressourcen sind nach wie vor endlich. Jeder Krug wird irgendwann geleert sein.

Mit solchen Überlegungen findet Schneider zu seinem Gehalt. Dieser ist von seiner Art her ein kindlich-naiver geblieben. Die Sprachgestaltung, welche er zur Darstellung seiner Gedanken und Ideen anwendet, soll das vermitteln. Unterdessen erholt sich Schneider vom Werkschaffen. Er regeneriert regelrecht, wenn er da sitzt und das alles übersieht. Dabei kommt er in Gang und kann bald erneut etwas Gutes leisten. Nichts übermäßig Bedeutendes bräuchte das zu sein, was er da herstellen möchte. Es soll ein einfaches, aber gebrauchsfertiges Werk dazu ausreichen, ihm ein Vergnügen zu bereiten.

Nicht ohne dieser Sache ein gewisses Gewicht zu verleihen, möchte Schneider von seinem Dasein sprechen. So hat er auch seine anderen Dinge hergestellt. Diese sollen allesamt Zeugnisse der Bedingungen seines Daseins sein. Machen Sie sich bitte mit ihnen etwas vertraut, wenn sie das möchten.

Mit freundlichen Grüßen

Mathias Schneider

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Phasenweise einfach nur trist

Warum ich so vieles aufschreibe? – Na, weil ich gerne etwas lese. Und sollte es zuweilen auch nichts anderes als Schrott gewesen sein, was ich mir da alles aufnotiert habe, so kann ich doch etwas über mich selbst dabei lernen.
 
Eine Transformation aus den obigen Worten:
 
Leeres Blatt – klarer Kopf
Finde ich zu Worten, versemmle ich es bloß.
Ich bekomme es nicht hin, es soll wohl nicht sein.
Da bin ich mit mir noch lange im Unreinen.
Ich kann es nicht richten, kriege das nicht hin.
Und doch mache ich weiter damit, suche meinen tieferen Sinn.
 
Da mache ich weiter, kann bald nicht mehr aufhören.
Es stören mich dabei so viele wirre Gedanken,
legen mich in Ketten, bilden mir Schranken
ein und machen mich mürbe und müde.
Alleine nur selten erlebe ich Blüte-
Zeiten, um für mich selbst besser zu streiten.
 
Da packe ich es dann endlich an,
wenngleich auch nur für wenige Sekunden lang.
Ich drücke mich aus, diese Worte kommen vom Herzen.
Es spürt mich, da sind viele Arten von Schmerzen.
Mir ist damit nicht zum Scherzen zu Mut,
es dringt durch mich, es ist im Blut.
 
Ich kann es nicht und will das nicht ändern.
Als Dilettant erobere ich keine Länder.
Als Flasche bringe ich nichts zu Wege,
als solch ein Murkser habe ich wenig Chancen.
Und trotz all dieser vielen Dosen
Der Wortschwallerei breche ich doch nicht entzwei.
 
Ich einige mich auf ein paar wenige Gedanken.
Setze meinem Geist seine endlichen Schranken.
Natürlich werde ich einmal vergehen,
natürlich wird der Wind irgendwann meine Asche verwehen.
Doch so lange ich es kann, werde ich nicht bange deswegen sein.
Ist es dann auch vorbei, werde ich trotzdem nicht klein.
 
Ich gebe nicht bei und werde mich wehren,
ehe andere meine Dinge verkehren.
Beliebig ist mir noch immer nichts geworden,
es gibt was zu richten, Farbe zu bekennen.
Das viele Geflenne um Schwäche und Zeit,
dafür bin ich noch immer nicht bereit.
 
Ich erwehre mich gegen die verkehrte Moral.
Das ist notwendig und banaler Weise finde ich es gut, nicht Scheiße.
Schlecht und gut ziehen einander an.
Das geht so, da bin ich dran.
Darüber denke ich nach, das soll wohl so sein.
Es ist für mich die Wahrheit, und die soll zurecht so sein.
 
Wie ich es erkenne, so bedeutet es mir das.
Ich laufe drauf zu und erkunde mit Kraft.
Mit Worten bringe ich Licht in mein Denken.
Mit Gedanken ergreife ich Besitz von mir selbst.
Erspüre das Gefühlte und erinnere es dann.
Das ist meine Phantasie und die währt noch immer an.
 
Mathias Schneider, in Offenburg am 09.09.2018
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Der Traum ist aus!

Heute habe ich eine blöde Situation beim Warten an einer Ampel erlebt. Gerade als ich aus dem Bürgerpark in meiner Heimatstadt Offenburg herausgefahren bin, hat mich das Verhalten zweier anderer Radfahrer aufgeschreckt, ja brüskiert.

Ich habe eigentlich nur die Straße überqueren wollen. Darum habe ich den Schalter gedrückt, um ‚Grün‘ anzufordern. Neben mir ist noch ein zweiter Radfahrer dagestanden. Auch er hat brav gewartet.

Da habe ich ein Klingeln gehört und mich umgedreht. Ich habe wissen wollen, woher dieses Geräusch kommt.

Ein Fahrradfahrer in vollem Tempo ist auf mich zugerauscht. Er hat versucht sich hinter mir durchzuschlängeln, und das ohne seine Geschwindigkeit zu drosseln. Geflucht hat er obendrein!

Da bin ich stehen geblieben. Es ist einfach ein Schreckmoment gewesen. Da hat mich vorne herum beinahe ein zweiter Fahrradfahrer angefahren. Auch der hat sein Tempo nicht gedrosselt und lieber gemeckert, gerufen und geflucht!

Kaum dass diese beiden merkwürdigen Gestalten verschwunden sind, hat die Ampel auf Grün umgeschalten.

Mir ist der Schrecken daraufhin noch eine Weile in den Knochen stecken geblieben. Ist das noch normal?

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