Sprachgestaltung als Moment einer Innenschau

Hitzige Stimmungen erlebt man bei den Menschen derzeit. Da hat bald jeder etwas, was für ihn ein gefundenes Fressen ist, und über das er sich inbrünstig auslassen möchte. Dank der sozialen Medien ist das in einem gewissen, aber dennoch begrenzten Rahmen auch möglich. Diese Akte der Sabotage wird schon keiner mitbekommen, denkt man bei sich vielleicht. Es ist ja nicht ganz so öffentlich gesagt worden, meinen da manche offensichtlich. Und es haben viele Menschen mit dieser Destination selbst etwas kund zu tun. Dabei wird das Mitgeteilte zuweilen umso wirrer, je wichtiger diesen das gesagte Wort zu sein scheint. – Das nennt man dann wie? – Ich habe keine Ahnung. Aber ich kann leider auch kaum etwas davon richtig zuordnen. Es ist einfach schwierig das zu versuchen, wenn jemand ohne den Satzbau der uns vorgegebenen Sprachvariante zu beachten, diese für quasi aus ihm heraus gegrunzte Ansammlungen von Silben und anderen Gruppierungen von Buchstaben gebraucht. Gehör möchte er vielleicht finden. Anerkennende Worte möchten da ebenfalls aufkommen. Eine nicht gar so einfach zu lösende Aufgabe würde das dennoch für mich sein.

Ich bin bisher nicht dazu begabt gewesen, die Dinge klar zu sehen oder gar im hellen Schein meiner Gedanken im Voraus zu erahnen. Das würde auch in Zukunft nicht anders als so bei mir sein können, erwarte ich da. Meine Vorstellung von diesem Dasein begreift die eigentliche Begrenzung meiner Befähigung und Fertigkeit besser, als die offensichtliche Freizügigkeit, mit welcher andere Menschen die Bedeutung ihrer Meinung untermauern. Deren Selbsteinschätzung, so kommt es mir vor, ist so gering von ihrem Wahrheitsgehalt, dass diese sich auf ein durch das gegenwärtige positive Recht, welches nichts anderes sein würde als ein Zwang, dieses geltende Recht zu akzeptieren, weil es den Rechtsgrundsätzen des Grundgesetzes entsprochen hat und das auch weiterhin so tut, begründetes Wissen um das Recht des Einzelnen beruft. Das Recht des anderen Menschen, das Recht der anderen Menschen, das Recht von Gemeinschaften und allen Arten von Gruppierungen einer Bevölkerung im Inland und Ausland, von der eigenen Nation und von allen anderen Nationen genauso bleiben dabei unbehandelt. Was diese aber keineswegs bleiben werden ist mit folgendem Adjektiv gut zu verdeutlichen: unberührt.

Wenn nun aber die Unberührtheit des Einzelnen eine Unversehrtheit beinhaltet, dann kann diese alleine nur dann ihre Gültigkeit als Realität erzielen, wenn jeder daran in gleichem Maße beteiligt ist, aber nicht dadurch benachteiligt sein würde.

Meinungen, welche andere Menschen beeinträchtigen, sind genau darum keine gewesen, weil die dadurch erzielte Gewalt über den Menschen akut geworden ist. Angriffe, und seien diese auch verbaler Art, haben eine Folgeerscheinung. Diese würde, anders als es bei einer Meinung der Fall ist, nicht alleine nur etwas sein, was den Meinenden selbst bedingt hat. Es bedingt die Menschen überhaupt. Andere Menschen können das sein, welche dadurch betroffen sind. Und es können genauso gut oder schlecht auch ganze Gruppierungen einer Gesellschaft, welche rechtmäßig bestehen, durch den Einzelnen angegriffen, diffamiert und gebeutelt werden.

Jede Gruppierung kann also das Opfer von Attacken werden. Wie soll das angehen? Und wie soll das überhaupt zu erklären sein, wenn nicht durch einen geringen und vielleicht zuweilen sogar niederträchtigen Wesenszug des Ausübenden einer solchen Gewalt?

Vielmehr ist nicht alleine nur das Individuum bei seiner Meinungsbildung zu schützen, sondern auch das, was die Fähigkeit zur Bildung einer Meinung toleriert, hat dafür zu sorgen, dass Meinung und Attacke, Gewalt der Worte und Gewalt der Lüge nicht all zu sehr miteinander verwechselt werden könnten, sondern auch weiterhin klar unterschieden werden können. Schließlich ist unser Rechtssystem doch auch bisher schon für etwas gut gewesen. Manches wird da geradegerichtet durch die Rechtssprechung. Verständliche Urteile münden in einen Begriff des Gegebenen.

Und doch ist das mediale Zerreden der Gedanken ein Zerwürfnis unserer Gesellschaft. Diese Folgeerscheinung der technischen Möglichkeiten einer Gegenwart, welche das Internet kennt, macht das offensichtlich, würde jedoch nicht die Ursache dieser menschlichen Verhaltensweise sein. Jeder kocht mittlerweile an diesem Brei mit, welchen wir da vorfinden können. Dieser wirkt sich zeitweise schicksalsträchtig auf unsere Kultur aus. Die entscheidende Zutat hat manch einer schon hinzu gegeben, was dieses Gebräu auch nicht schmackhafter gemacht hat. Fade ist da selbst der Tenor der hungrigen Kostenden, welche dieses Essen ‚loben‘. Zumindest scheint das zuweilen unglaubwürdig zu sein, was da und dass da überhaupt etwas gelobt wird. Das Beispiel dazu möchte ich aus strategischen Gründen jetzt jedoch nicht hier ausdrücklich benannt wissen. Dieses gebe ich dort wieder, wo ich von diesem heutigen Beitrag selbst etwas zu erzählen gedenke. Es ist also das Extra für ein Gespräch mit realen Personen, und mir nicht für den Moment der Erzeugung dieses Textes relevant erschienen.

Ausgangspunkt des Vorhabens, dieses Stück eigenes Gedankengut von mir selbst aufzuschreiben, ist die sprachliche Überlegung gewesen, welche ich nun im Nachhinein noch zusammen zu bekommen versuchen möchte. Diese hat den vorherigen Beitrag meines Weblogs zu interpretieren versucht. Da habe ich die Worte gedreht und gewendet, um es als Idee mir wieder greifbar zu machen, was ich eigentlich gerade auf den Punkt zu bringen versuche.

Doch es ist, wie es ist, nach wie vor geblieben. Ich habe die Sequenz der vorher gedachten Worte im Moment nicht parat behalten.

Es ist ein gedanklicher Entwurf gewesen, weiß ich da noch darüber zu sagen. Mittels diesem habe ich auf jene durch die Überschrift dieses Beitrags angedeutete Sache eingehen und darüber hinaus es auch noch belegen wollen, dass ein Recht mehr wiegt als ein Unrecht. Das Recht setzt sich quasi selbst als ‚Bedarf‘ gegenüber dem Unrecht, für welches kein ‚Bedarf‘ bestehen soll, durch.

Jene, bei der Innenschau eines Menschen durchgeführten Bewertungen haben immer das Recht in ihrem Sinn behalten und es über das Unrecht gestellt. Das ist meine Vorstellung von Ordnung. Zu früheren Zeiten ist sie das gewesen, hat aber auch weiterhin Bestand für meine Innenschau behalten.

Auch hier führe ich die dazu anwendbaren Beispiele gerne zu anderer Zeit an anderem Orte durch, weil solche Sachverhalte auf eine Situation passend gemünzt besser von einem Zuhörer angenommen werden können. Die Situation lässt sich keineswegs generalisieren oder gar für beliebig abtun. Eine Situation ist immer die positionelle Konfiguration jenes Sachverhaltes, welcher den Ausgang der Dinge möglich macht. Dieser ist definiert, aber nicht generell gleich oder gar identisch und darum auch keineswegs im Voraus bekannt.

Somit sind jetzt bereits zwei Bedingungen einer Sprachgestaltung bekannt, weil deren Vorhandensein hier Gültigkeit erlangt hat. Durch die speziellen Worte hier ist es bekannt geworden, was ich nun sagen möchte. Da wissen wir nun, dass ein Beispiel, nicht ohne die Wertigkeit eines Moments zu erfassen, gegeben werden sollte. Und wir wissen es, dass wir für uns einen solchen Moment klar verständlich erfassen können, so dieser auch wirklich gegeben ist. Der Verlust dabei wird alleine nur scheinbar sein. In Wahrheit ist es eine Ersparnis. Etwas an Verwirrung wird durch diese vor ihrer Entstehung überhaupt bereits aufgehoben. Da hat es der Mensch leichter damit, sich zu verwirklichen.

Und es wird uns jetzt auch bereits der Nutzen oder die direkte Folge dieses Vorgangs einer Beschränkung von uns selbst beim Mitteilen eigener Gedanken klar sein können. Wir bewahren die Kausalität des Moments. Der uns offenbare Gedanke wird da als Grundlage der eigentlichen Entscheidung anerkannt und auch so von mir wahrgenommen. Diesem Gedanken getreu bilde ich meine Idee davon zu einer verdichteten Assemblage aus, diesem Text eben, wie er hier vorkommt und ihnen gerade erschienen ist.

Doch was wird der Schlüssel zu dieser Art von Gedanke sein? Durch welchen inneren Vorgang eines Menschen wird mein Wort zu erschließen sein? – Da denke ich nach. Etwas davon möchte ich Ihnen vorzeigen. Folgende Fragen stellen sich mir. Diese benenne ich bereitwillig und gerne, weil sie direkt mit dieser Sache, welche ich hier behandle, in Vereinigung bestehen.

  • Wie kann ich es erreichen, dass meine Worte das Ziel meiner Intention erreichen und dieses nicht etwa verfehlen würden?
  • Mit welcher Idee kann ich mich meinen Mitmenschen eindeutig zu verstehen geben und welche andere Idee scheidet aufgrund ihrer eigentlichen Beliebigkeit von vorneherein aus?
  • Welcher Gedanke tritt bei mir zeitnah auf und wie kann ich diesen in Einklang mit dem bereits aufgeschriebenen Wort halten?

Zurück wende ich mich jetzt an den Ausgangspunkt dieses Textes. Die da erwähnten hitzigen Momente im Alltag bedenke ich da nochmals bei mir. Wie diese doch das Dasein beschweren können!

‚Wenn jene in Not von jenen ohne Not etwas zugeteilt bekommen, was die Not aufheben soll, dann erkennt man dieser Sache doch leichthin an, dass da ein Problem bei der Kompetenz zur Erfüllung dieser Aufgabe offensichtlich wahr werden oder gar vorherrschend sein kann.‘ – Das ist der ungefähre Wortlaut des Gedankens, welcher mich zur Abfassung dieser Schrift gedrängt hat. Jetzt habe ich ihn endlich erinnert.

Diesen habe ich ursprünglich sprachlich zerpflücken wollen, um die Bedeutung der Sprachgestaltung für eine Fertigkeit im Bedenken des Gegebenen zu untermauern. Aufgrund der aber nun bereits anderweitig erfolgten Fülle der Mitteilung meiner Gedanken und Ideen gehe ich davon aus, dass eine Erklärung zu diesem Satz nicht weiter gefordert zu werden bräuchte. Der Text würde durch eine Veränderung der Gedankengangs inkohärent werden können und ich somit Gefahr laufen, es zu übertreiben oder gar den roten Faden in diesem Labyrinth aus Worten aus der Hand zu geben. – Dem sei zu entsprechen.

Die Sprachgestaltung, in ihrer Funktion als Mittel zur Innenschau und einer Erfahrung jener Momente dabei, welche da vorkommen können, hat derweil dennoch ihre Früchte hervorgebracht, was nicht unbedingt verachtet werden sollte.

Möchten meine Gedanken auf manchen zuweilen auch arg gestelzt gewirkt haben, ja das hier sogar wie eine müssige Unternehmung von mir erscheinen, so habe ich das doch geleistet und kann mich da kaum herauswinden. Meine Betrachtung des Rechtsstaates, wie er gegeben ist, möchte ich keinesfalls zitiert wissen. Diese ist spekulativ von mir durchgeführt worden und hat kein Studium der Bücher dazu bei mir mit sich gebracht. Keineswegs bin ich legitimiert dazu, dieses Rechtssystem zu beurteilen oder gar zu bewerten. Möchte ich mit mancher dieser getroffenen Aussagen auch die Ordnung erkannt und da so manches zurecht preisgegeben haben, was mir an Gedanken und Ideen schon dazu eingekommen ist, so bin ich dennoch nicht in der Verfassung gewesen, so etwas richtiggehend zu bestimmen.

Das soll kein Herauswinden aus einer Schlinge sein, was ich da zuletzt sage. Es ist eine Selbsteinschätzung, welche meine vermeintliche Selbstüberschätzung relativeren soll. Was da manchmal von mir geäußert worden ist, hat vielleicht nicht immer Hand und Fuß besessen. Ich wüsste das nicht festzulegen.

Eines kann ich jedoch getrost Ihnen als Leserschaft mit auf den Weg geben. Mein Verständnis von der uns durch diesen Staat garantierten Meinungsfreiheit hat immerzu auch die folgende Variante davon zusätzlich noch zum Recht auf das Sprechen von Worten beinhaltet: Nämlich mein Recht, es gerade nicht mitzuteilen. Meinungsfreiheit wird so zu einer Barriere. Sie kann nicht alleine nur aktiv eingesetzt werden, beim Sprechen etwa, sondern auch passiv, quasi als Schutz.

Vielen Dank

 

 

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