Wie funktioniert es?

Zuweilen schreibe ich meine eigenen Gedanken und Ideen entsprechend des mir eingegebenen Ablaufs von Momenten auf und habe etwas Freude dabei. Andere Menschen empfinden mich anders. Diese teilen mir das zuweilen auch mit. Das baut mich auf. Ich kümmere mich um die Rückmeldungen, nehme sie wahr bei diesem neuen Text, indem ich das hier so notiere, wie es mir wiederum einkommt.

Natürlich ist es nicht unwahr, dass man es nicht einfach so vorhersehen können würde, was andere Leute aus den eigenen Worten herauslesen. Diese haben ja auch ihre eigene Innenwelt, ein eigentliches Erleben. Wenn es da keine Unterschiede gibt, wäre alles schade, ja dann hätten wir etwas verloren.

Aufgreifen kann ich alleine nur das, was mir auch wirklich widerfahren ist. Wenn ich das fokussiere, dann kann ich bei etwas ansetzen. Ansonsten würde mir nichts bleiben, was ich ansprechen kann.

Da habe ich zuletzt meine Interaktion mit der Gegenwart als Aufarbeitung meiner Momente beim Sichten von einer jener Fabriken von Neuigkeiten, einem Newsfeed kommentiert und mit allerhand Gegenwärtigem ergänzt. Ich habe gehofft, dass meine Intention wahrgenommen wird. Mancher hat sich jedoch Sorgen um mich gemacht.

Dagegen hat mich einer meiner Freunde auch zu dieser Art des Schreibens motiviert. Er hat es gut gefunden, wie ich da das Geschehen beschrieben habe.

So stecke ich nun in einer sehr ambivalenten Phase fest und überlege mir etwas. Doch da bedarf es keiner Verlautbarungen oder Reden dazu, um sich selbst etwas klar zu machen.

Man positioniert sich. Auch im Abseits oder abseits aller höheren Stände tut man das so. Wer keine Zuhörerschaft hat, der hat auch keinen Grund, um etwas zu sagen. Er wird isoliert. Manches hat man auch selbst vormals dazu getan, um sich stärker abzugrenzen. Doch die Summe der Grenzen würde so nicht geringer werden. Alles hat seinen Grund, so hat es einmal jemand vorgemacht. Er hat begründet, und zwar grundlegend, dass der Grund etwas ist, auf was sich alles verlassen kann.

Doch das ist profan. Es würde nicht anders sein als die Aussage, dass diese Welt absurd sei. Grund und Irrtum, beides ist einander verwandter, als mancher denken wird.

Entscheidend ist im Leben doch die eigene Lebendigkeit. Auf diese habe ich gebaut. Das leere und öde weiße Blatt, jenen Hintergrund meiner Texte habe ich bunt anmalen wollen. Dazu habe ich Linien gezeichnet und die Flächen mit Plattitüden gefüllt. Manches ist davon gewiss etwas mürrisch dahergekommen, anderes möchte durchdacht oder zumindest konstruiert gewirkt haben.

Doch die von mir angewandte Taktik beim Erstellen meiner Texte ist hauptsächlich davon geprägt, dass ich auf das achte, was ich nicht aussagen würde wollen. Ich löse alle Ideen auf, obwohl ich diese an mir getragen habe, für welche ich nicht stehen möchte. Ich klammere diese regelrecht aus und eliminiere sie dann. Das bedeutet, dass ich diesen erst gar keinen Raum gebe. So habe ich einiges erreicht, ohne dass jemand etwas davon mitbekommt. Schließlich kann doch keiner es wissen, was ich verberge.

Wer glaubt, dass die hier dargestellte Sprache mit ihren Sätzen und Aussagen für mich selbst steht, der hat Recht damit. Jedoch ist es auch so wahr, dass ich damit nicht konform zu aktuellen Kultur innerhalb der gegenwärtigen Zeit gewesen bin.

Wer schreibt schon wirklich von sich selbst? Und wer das getan hat, würde der nicht damit rechnen, schlecht dabei abzuschneiden? – Und genau das forciere ich mit meiner Art der Verschriftung der Gedanken und Ideen meiner inneren Bebilderung. Deren Darstellung ist nichts gewesen, was jemandem zu schaden braucht. Und doch wird es so ungewohnt sein, was ich da tue.

Doch wie funktioniert es? Was hat ein Mensch zu sagen? Und was davon hat er zurecht zur Sprache gebracht? Wer kann es wissen, was sich gehört? Und wer kann es sagen, was man dadurch erreichen wird?

Der Kosmos des Menschen ist einfach aufgebaut. Er hat immer wieder die Möglichkeit für sich erhalten, etwas zu gestalten. Dagegen kann er alleine nur sehr bedingt bestimmen, was seine Werke anderen Menschen bedeuten. Das könnte er nicht vorherbestimmen.

So habe auch ich es einzusehen, dass ich alleine nur betrachten kann, was gegeben ist.

Wie soll ich auch von etwas anderem als davon schreiben können? – Nun, als Sprachgestalter habe ich ja schon etwas zu eigen, was sich entfalten und formen lässt. Meine Gedanken sind dazu ursächlich. Die eigenen Ideen ordne ich diesen mit einigem an Phantasie zu. So bin ich dazu gekommen, etwas zu sagen oder etwas aufzuschreiben.  Meine Hoffnung besteht dabei darin, dass jemand mich verstehen wird.

Das aber wird eine Position sein, welche per se schon als geschwächt gilt. Wer sich in Abhängigkeit von seinen Mitmenschen verhält, und abwartet, wie diese reagieren werden, der wirkt passiv. Das kommt manchem bestimmt als unwert, falsch und nutzlos vor. Doch das so zu bewerten wird ein Unrecht sein.

Sich gegenüber anderen Menschen höflich zu verhalten, das wird kaum bedeuten können, dass man sich durchsetzt und selbst bestimmt, was vorkommt und geschieht. Je mehr und auch je stärker so etwas von einer einzigen Person diktiert wird, desto unfähiger werden all die anderen Menschen erscheinen. Notgedrungen wird das so sein. Doch genau das soll das Argument gegen eine solche Verhaltensweise sein. Darum ist diese schlichtweg unhöflich. Ungehobelt und rau ist jener Mensch, welcher seine Stärke stets einsetzt, um für sich selbst Vorteile zu schaffen. – Da lasse man besser davon.

Ob etwas funktioniert oder ob etwas nicht klappen möchte, das soll mir gleichwertig sein. Das ist doch kein eigentlicher Unterschied.

Es wird ein Gegensatz sein. Doch Unterschiede sind keine Gegensätze. So etwas doch zu glauben ist der Beginn eines Irrtums.

Gegensätze sind einander opponierende Dinge. Unterschiede sind teilweise ergänzend gemeint, manchmal sind diese auch einfach relativer Art.

Der eine ist eben größer, der andere kleiner. Doch beide haben Größe.

Der eine ist eben reicher, der andere ärmer. Doch beide haben Zugang zur Wirtschaft, verdienen Geld und setzen dieses auch für sich ein.

Gegensätze sind einander entgegen gerichtete Größen. Streit ist etwas, bei dem Gegensätze unvereinbar miteinander kommuniziert werden. Manchem macht das Laune, dabei wird es ein kopfloses Verhalten sein, was dadurch bewirkt wird.

Kopflosigkeit ist nicht meine Sache gewesen. Das soll man wissen. Ich streite gerne, habe dabei manches Potential zu eigen, um es so richtig laut anzugehen. Und doch sind jene Situationen selten. Meistens habe ich gar keinen Wunsch danach, jemanden zu konfrontieren.

Kopflosigkeit und Konfrontation in Vereinigung sind nun eine Gefahr des Friedens. Das wird richtig sein. Wer aber den Frieden verschmäht, dabei den friedliebenden Menschen angreift, der begeht eine sinnlose Agitation.

Damit kommt man auf keinen grünen Zweig. Man zieht alles mit sich in einen Abgrund, von dem am Ende nichts anderes übrig bleiben würde als ein Schlammassel der Friktionen.

Dieser ist die eigentliche Gefahr für den konservativen Menschen. Nicht der Erhalt der Vergangenen ist konservatives Wesen gewesen. Vielmehr ist es die Vermeidung eines Verlustes des Gegenwärtigen. Friktion ist ein Prozess des unvorhersehbaren Verlustes. Es ist ein Wort aus der Sprache des Krieges.

Dann, wenn nichts mehr zu erhalten gewesen ist, herrscht sie leicht über den Moment. So entsteht ein Chaos. Doch das Gefährliche würde nicht der Zustand davon sein, sondern ein durch den Moment bewirkter Ursprung des Üblen.

Ich kenne alleine nur eine Art dagegen zu halten. Nochmals spreche ich diesen Satz aus. Wie funktioniert es? – Doch ich lasse es bald wieder sein und verlasse diesen Ort der ruhigen Überlegung wieder.

Dann, wenn ich mit meinen Schriften anecke, würde ich nichts mit diesen erreichen können. So macht man jemanden effektiv mundtot. Man verstrickt ihn in ein Scharmützel, auf dass er sein eigentliches Ziel aus den Augen verlieren wird. Früher oder später kann das passieren. Dann scheitert der Mensch in diesem Punkt. – So oder ähnlich wirkt sich eine Friktion aus.

Zurück zum Eigentlichen bedeutet auch sich der eigentlichen Bedeutung des eigenen Handelns zu vergewissern. Ich, in meiner Rolle als Gestalter dieses Textes versuche es mich an den Anfang davon zu erinnern und an diesen wiederum anzuknüpfen. Damit befasse ich mich jetzt.

Hier ist es wahr geworden, dass ich erkennen muss, dass meine Sprache klar, aber unüberschaubar tief verschachtelt, ja ineinandergepackt daherkommt. Das sind alles Zeugnisse für mein Wirken. Auf diesen Zug springe ich nun auf.

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