Sprachgestaltung als Moment einer Innenschau

Hitzige Stimmungen erlebt man bei den Menschen derzeit. Da hat bald jeder etwas, was für ihn ein gefundenes Fressen ist, und über das er sich inbrünstig auslassen möchte. Dank der sozialen Medien ist das in einem gewissen, aber dennoch begrenzten Rahmen auch möglich. Diese Akte der Sabotage wird schon keiner mitbekommen, denkt man bei sich vielleicht. Es ist ja nicht ganz so öffentlich gesagt worden, meinen da manche offensichtlich. Und es haben viele Menschen mit dieser Destination selbst etwas kund zu tun. Dabei wird das Mitgeteilte zuweilen umso wirrer, je wichtiger diesen das gesagte Wort zu sein scheint. – Das nennt man dann wie? – Ich habe keine Ahnung. Aber ich kann leider auch kaum etwas davon richtig zuordnen. Es ist einfach schwierig das zu versuchen, wenn jemand ohne den Satzbau der uns vorgegebenen Sprachvariante zu beachten, diese für quasi aus ihm heraus gegrunzte Ansammlungen von Silben und anderen Gruppierungen von Buchstaben gebraucht. Gehör möchte er vielleicht finden. Anerkennende Worte möchten da ebenfalls aufkommen. Eine nicht gar so einfach zu lösende Aufgabe würde das dennoch für mich sein.

Ich bin bisher nicht dazu begabt gewesen, die Dinge klar zu sehen oder gar im hellen Schein meiner Gedanken im Voraus zu erahnen. Das würde auch in Zukunft nicht anders als so bei mir sein können, erwarte ich da. Meine Vorstellung von diesem Dasein begreift die eigentliche Begrenzung meiner Befähigung und Fertigkeit besser, als die offensichtliche Freizügigkeit, mit welcher andere Menschen die Bedeutung ihrer Meinung untermauern. Deren Selbsteinschätzung, so kommt es mir vor, ist so gering von ihrem Wahrheitsgehalt, dass diese sich auf ein durch das gegenwärtige positive Recht, welches nichts anderes sein würde als ein Zwang, dieses geltende Recht zu akzeptieren, weil es den Rechtsgrundsätzen des Grundgesetzes entsprochen hat und das auch weiterhin so tut, begründetes Wissen um das Recht des Einzelnen beruft. Das Recht des anderen Menschen, das Recht der anderen Menschen, das Recht von Gemeinschaften und allen Arten von Gruppierungen einer Bevölkerung im Inland und Ausland, von der eigenen Nation und von allen anderen Nationen genauso bleiben dabei unbehandelt. Was diese aber keineswegs bleiben werden ist mit folgendem Adjektiv gut zu verdeutlichen: unberührt.

Wenn nun aber die Unberührtheit des Einzelnen eine Unversehrtheit beinhaltet, dann kann diese alleine nur dann ihre Gültigkeit als Realität erzielen, wenn jeder daran in gleichem Maße beteiligt ist, aber nicht dadurch benachteiligt sein würde.

Meinungen, welche andere Menschen beeinträchtigen, sind genau darum keine gewesen, weil die dadurch erzielte Gewalt über den Menschen akut geworden ist. Angriffe, und seien diese auch verbaler Art, haben eine Folgeerscheinung. Diese würde, anders als es bei einer Meinung der Fall ist, nicht alleine nur etwas sein, was den Meinenden selbst bedingt hat. Es bedingt die Menschen überhaupt. Andere Menschen können das sein, welche dadurch betroffen sind. Und es können genauso gut oder schlecht auch ganze Gruppierungen einer Gesellschaft, welche rechtmäßig bestehen, durch den Einzelnen angegriffen, diffamiert und gebeutelt werden.

Jede Gruppierung kann also das Opfer von Attacken werden. Wie soll das angehen? Und wie soll das überhaupt zu erklären sein, wenn nicht durch einen geringen und vielleicht zuweilen sogar niederträchtigen Wesenszug des Ausübenden einer solchen Gewalt?

Vielmehr ist nicht alleine nur das Individuum bei seiner Meinungsbildung zu schützen, sondern auch das, was die Fähigkeit zur Bildung einer Meinung toleriert, hat dafür zu sorgen, dass Meinung und Attacke, Gewalt der Worte und Gewalt der Lüge nicht all zu sehr miteinander verwechselt werden könnten, sondern auch weiterhin klar unterschieden werden können. Schließlich ist unser Rechtssystem doch auch bisher schon für etwas gut gewesen. Manches wird da geradegerichtet durch die Rechtssprechung. Verständliche Urteile münden in einen Begriff des Gegebenen.

Und doch ist das mediale Zerreden der Gedanken ein Zerwürfnis unserer Gesellschaft. Diese Folgeerscheinung der technischen Möglichkeiten einer Gegenwart, welche das Internet kennt, macht das offensichtlich, würde jedoch nicht die Ursache dieser menschlichen Verhaltensweise sein. Jeder kocht mittlerweile an diesem Brei mit, welchen wir da vorfinden können. Dieser wirkt sich zeitweise schicksalsträchtig auf unsere Kultur aus. Die entscheidende Zutat hat manch einer schon hinzu gegeben, was dieses Gebräu auch nicht schmackhafter gemacht hat. Fade ist da selbst der Tenor der hungrigen Kostenden, welche dieses Essen ‚loben‘. Zumindest scheint das zuweilen unglaubwürdig zu sein, was da und dass da überhaupt etwas gelobt wird. Das Beispiel dazu möchte ich aus strategischen Gründen jetzt jedoch nicht hier ausdrücklich benannt wissen. Dieses gebe ich dort wieder, wo ich von diesem heutigen Beitrag selbst etwas zu erzählen gedenke. Es ist also das Extra für ein Gespräch mit realen Personen, und mir nicht für den Moment der Erzeugung dieses Textes relevant erschienen.

Ausgangspunkt des Vorhabens, dieses Stück eigenes Gedankengut von mir selbst aufzuschreiben, ist die sprachliche Überlegung gewesen, welche ich nun im Nachhinein noch zusammen zu bekommen versuchen möchte. Diese hat den vorherigen Beitrag meines Weblogs zu interpretieren versucht. Da habe ich die Worte gedreht und gewendet, um es als Idee mir wieder greifbar zu machen, was ich eigentlich gerade auf den Punkt zu bringen versuche.

Doch es ist, wie es ist, nach wie vor geblieben. Ich habe die Sequenz der vorher gedachten Worte im Moment nicht parat behalten.

Es ist ein gedanklicher Entwurf gewesen, weiß ich da noch darüber zu sagen. Mittels diesem habe ich auf jene durch die Überschrift dieses Beitrags angedeutete Sache eingehen und darüber hinaus es auch noch belegen wollen, dass ein Recht mehr wiegt als ein Unrecht. Das Recht setzt sich quasi selbst als ‚Bedarf‘ gegenüber dem Unrecht, für welches kein ‚Bedarf‘ bestehen soll, durch.

Jene, bei der Innenschau eines Menschen durchgeführten Bewertungen haben immer das Recht in ihrem Sinn behalten und es über das Unrecht gestellt. Das ist meine Vorstellung von Ordnung. Zu früheren Zeiten ist sie das gewesen, hat aber auch weiterhin Bestand für meine Innenschau behalten.

Auch hier führe ich die dazu anwendbaren Beispiele gerne zu anderer Zeit an anderem Orte durch, weil solche Sachverhalte auf eine Situation passend gemünzt besser von einem Zuhörer angenommen werden können. Die Situation lässt sich keineswegs generalisieren oder gar für beliebig abtun. Eine Situation ist immer die positionelle Konfiguration jenes Sachverhaltes, welcher den Ausgang der Dinge möglich macht. Dieser ist definiert, aber nicht generell gleich oder gar identisch und darum auch keineswegs im Voraus bekannt.

Somit sind jetzt bereits zwei Bedingungen einer Sprachgestaltung bekannt, weil deren Vorhandensein hier Gültigkeit erlangt hat. Durch die speziellen Worte hier ist es bekannt geworden, was ich nun sagen möchte. Da wissen wir nun, dass ein Beispiel, nicht ohne die Wertigkeit eines Moments zu erfassen, gegeben werden sollte. Und wir wissen es, dass wir für uns einen solchen Moment klar verständlich erfassen können, so dieser auch wirklich gegeben ist. Der Verlust dabei wird alleine nur scheinbar sein. In Wahrheit ist es eine Ersparnis. Etwas an Verwirrung wird durch diese vor ihrer Entstehung überhaupt bereits aufgehoben. Da hat es der Mensch leichter damit, sich zu verwirklichen.

Und es wird uns jetzt auch bereits der Nutzen oder die direkte Folge dieses Vorgangs einer Beschränkung von uns selbst beim Mitteilen eigener Gedanken klar sein können. Wir bewahren die Kausalität des Moments. Der uns offenbare Gedanke wird da als Grundlage der eigentlichen Entscheidung anerkannt und auch so von mir wahrgenommen. Diesem Gedanken getreu bilde ich meine Idee davon zu einer verdichteten Assemblage aus, diesem Text eben, wie er hier vorkommt und ihnen gerade erschienen ist.

Doch was wird der Schlüssel zu dieser Art von Gedanke sein? Durch welchen inneren Vorgang eines Menschen wird mein Wort zu erschließen sein? – Da denke ich nach. Etwas davon möchte ich Ihnen vorzeigen. Folgende Fragen stellen sich mir. Diese benenne ich bereitwillig und gerne, weil sie direkt mit dieser Sache, welche ich hier behandle, in Vereinigung bestehen.

  • Wie kann ich es erreichen, dass meine Worte das Ziel meiner Intention erreichen und dieses nicht etwa verfehlen würden?
  • Mit welcher Idee kann ich mich meinen Mitmenschen eindeutig zu verstehen geben und welche andere Idee scheidet aufgrund ihrer eigentlichen Beliebigkeit von vorneherein aus?
  • Welcher Gedanke tritt bei mir zeitnah auf und wie kann ich diesen in Einklang mit dem bereits aufgeschriebenen Wort halten?

Zurück wende ich mich jetzt an den Ausgangspunkt dieses Textes. Die da erwähnten hitzigen Momente im Alltag bedenke ich da nochmals bei mir. Wie diese doch das Dasein beschweren können!

‚Wenn jene in Not von jenen ohne Not etwas zugeteilt bekommen, was die Not aufheben soll, dann erkennt man dieser Sache doch leichthin an, dass da ein Problem bei der Kompetenz zur Erfüllung dieser Aufgabe offensichtlich wahr werden oder gar vorherrschend sein kann.‘ – Das ist der ungefähre Wortlaut des Gedankens, welcher mich zur Abfassung dieser Schrift gedrängt hat. Jetzt habe ich ihn endlich erinnert.

Diesen habe ich ursprünglich sprachlich zerpflücken wollen, um die Bedeutung der Sprachgestaltung für eine Fertigkeit im Bedenken des Gegebenen zu untermauern. Aufgrund der aber nun bereits anderweitig erfolgten Fülle der Mitteilung meiner Gedanken und Ideen gehe ich davon aus, dass eine Erklärung zu diesem Satz nicht weiter gefordert zu werden bräuchte. Der Text würde durch eine Veränderung der Gedankengangs inkohärent werden können und ich somit Gefahr laufen, es zu übertreiben oder gar den roten Faden in diesem Labyrinth aus Worten aus der Hand zu geben. – Dem sei zu entsprechen.

Die Sprachgestaltung, in ihrer Funktion als Mittel zur Innenschau und einer Erfahrung jener Momente dabei, welche da vorkommen können, hat derweil dennoch ihre Früchte hervorgebracht, was nicht unbedingt verachtet werden sollte.

Möchten meine Gedanken auf manchen zuweilen auch arg gestelzt gewirkt haben, ja das hier sogar wie eine müssige Unternehmung von mir erscheinen, so habe ich das doch geleistet und kann mich da kaum herauswinden. Meine Betrachtung des Rechtsstaates, wie er gegeben ist, möchte ich keinesfalls zitiert wissen. Diese ist spekulativ von mir durchgeführt worden und hat kein Studium der Bücher dazu bei mir mit sich gebracht. Keineswegs bin ich legitimiert dazu, dieses Rechtssystem zu beurteilen oder gar zu bewerten. Möchte ich mit mancher dieser getroffenen Aussagen auch die Ordnung erkannt und da so manches zurecht preisgegeben haben, was mir an Gedanken und Ideen schon dazu eingekommen ist, so bin ich dennoch nicht in der Verfassung gewesen, so etwas richtiggehend zu bestimmen.

Das soll kein Herauswinden aus einer Schlinge sein, was ich da zuletzt sage. Es ist eine Selbsteinschätzung, welche meine vermeintliche Selbstüberschätzung relativeren soll. Was da manchmal von mir geäußert worden ist, hat vielleicht nicht immer Hand und Fuß besessen. Ich wüsste das nicht festzulegen.

Eines kann ich jedoch getrost Ihnen als Leserschaft mit auf den Weg geben. Mein Verständnis von der uns durch diesen Staat garantierten Meinungsfreiheit hat immerzu auch die folgende Variante davon zusätzlich noch zum Recht auf das Sprechen von Worten beinhaltet: Nämlich mein Recht, es gerade nicht mitzuteilen. Meinungsfreiheit wird so zu einer Barriere. Sie kann nicht alleine nur aktiv eingesetzt werden, beim Sprechen etwa, sondern auch passiv, quasi als Schutz.

Vielen Dank

 

 

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Beliebigkeit als Machtmittel

Neuere Nachrichten der letzten Tage scheinen Unglaubwürdiges zu Tage zu fördern. Da wird mit ganz heißem Feuer gespielt. Und jene, welche das tun, zündeln damit an der Existenzgrundlage anderer Menschen herum. Was wird sein, wenn diese verloren geht?

Offensichtlich ist es so, dass die eigene Existenz dieser Herren und Damen nicht von solchen Nöten betroffen ist, wie andere das durchweg aus ihrem Dasein kennen. Ein Irrweg entsteht.

Platte Reifen und brennende Häuser sehe ich da herbeikommen, und das ist mir nicht einfach so geschehen, sondern bedingt durch die Erkenntnis, dass es im Gefängnis wenigstens etwas zu Essen gibt. Oder Krankenhäuser, welche ambulant Essen ausgeben, um die eigenen Ressourcen zu limitieren. Wer will schon, ja wer kann schon ohne etwas zu Essen auskommen?

Ein Zustand regelmäßiger Fehlernährung führt notgedrungen zum Krieg einer anderen Art. Kriege ich bitte ein Brot? Kriege ich bitte einen Apfel? – Oder gleich mit Ausrufezeichen versehen. Ich bekomme das Brot! Ich nehme mir jetzt mal den Apfel!

Was manch einer vielleicht als verquere Reaktion von mir abtun wird, ist eigentlich eine empathische Reaktion von mir auf heutige Nachrichten, gelesen auf einer öffentlichen Plattform im Internet. Das lesen viele. Ob es diese auch wirklich interessiert, das könnte ich nicht sagen. Wahrscheinlich ist der Sportteil wichtiger. Doch was hat man von einem Sportteil noch, wenn einem der Stuhl unter dem Hintern brennt?

Ach, übrigens ist der Sport wegen seiner Fairness als Vorbildfunktion für junge Menschen leidlich ungeeignet. Da wird gedopt, um sich Vorteile zu verschaffen. Es wird das Material frisiert. Zudem führen Beleidigungen mitunter indirekt zu Siegen. Beispiele dafür hat es schon einige gegeben. Mir ist jeweils eines bekannt, aber ich habe ja auch nicht den Sportteil gelesen. Ich repetiere das aus der Erinnerung an frühere Fernsehabende und anderen Quellen.

Fairness und Leistung sollen beim Sport Hand in Hand gehen. Kompetitive Wettbewerbe ohne Fair Play sind jedoch eine Farce.

Die politische Landschaft von heute hat dem nichts entgegenzusetzen. Doch sie nimmt zusehends das Fair Play heraus. Der Leistungsdruck wird erhöht. Da setzt es schnell mal eine Ohrfeige für den, welcher nicht gekonnt hat, was er gesollt hat.

Die Kultur der Ohrfeigen ist im Kommen, scheint es mir. In Deutschland verrohen die Sitten auf allerhöchster Ebene. Bis in die staatstragenden Organe hinein dringen jene vor, welche festzulegen bereit sind, wer existieren darf und wer nicht. Da wird doch wer ausgegrenzt, denke ich schlüssig weiter. Eine Existenz ist die Grundlage jeder bürgerlichen Mitverantwortung.

Doch die Hirngespinste der Erzeuger eines solchen Leistungsdrucks reichen weit und gehen tief. Dabei möchte ich gerne wissen, welches Zugpferd da drückt und welche Mittel das sind, welche es dafür einsetzen kann.

Ist es nicht eher die Spirale der Bereicherung gewesen, welche zusätzlich zur Selbstermächtigung einiger solcher Gesellen, Genossen, Proleten oder was auch immer denen als Aspiranten der neuen Stärke in diesem Land zur Motivation dient? Ja, wer hat etwas, und warum sollte das diesem nicht dafür ausreichen können, um sich aus dieser Gewaltspirale nicht doch heraushalten zu wollen?

Gewalt führt zu Gewalt. Erhöhen wir die Staatsgewalt, würde da auch Gegenwehr nicht unwahrscheinlich sein. Stellen wir aber die Lebensgrundlage von Menschen zur Diskussion, ja schaffen wir diese ab, dann ist sie bereits legitimiert.

Selbst im alten Rom hat noch der Grundsatz ‚Brot und Spiele‘ gegolten. Da die Spiele für viele bereits ausgefallen sind, weil eine Teilhabe daran aus gewissen Gründen nicht mehr möglich gewesen ist, ist nur mehr das Brot geblieben. Nimmt man das diesen Menschen auch noch weg, dann bedarf es alleine nur noch eines weiteren Neros, um klar zu machen, welche Zustände wirklich vorherrschen.

Das Spiel mit dem Feuer kann teuer sein. Und es gibt manchmal keine Möglichkeit, es dem Feuer zu verbieten, seinen Dienst zu tun.

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Unmoralisches und darüber hinaus

Ein kurzer Abriss meiner Lebensgeschichte macht mich Nachdenken. Aufgewachsen bin ich im Krieg. Ein kalter Krieg ist das zwar gewesen, aber es war sogar ‚der kalte Krieg‘. Ein weltumspannender Vorgang, welcher mir manchen Schrecken eingejagt hat. Vielleicht sind Pershing II Raketen, welchen auf einen selbst gerichtet sind, für manchen keine ‚Bedrohung‘, welche er zu realisieren vermag. Mir ist das jedoch nicht so ergangen. Ich habe mich vor einem Vollzug dieser Waffenmaterialien gefürchtet. Und der vielgepriesene ‚Knopfdruck‘, den wir damals von einem heißen Krieg entfernt gewesen sind, hat da auch wenig Trost gestiftet.

Irrsinnig große Waffenarsenale bestehen auf dieser Welt. Doch das ist kein Popcorn, was da immer weiter ausgefeilt und raffiniert mit Technologie versehen wird. Es dient zum Zerstören der Lebensgrundlage von Menschen.

Dann, wenn Menschenleben nichts zählen, hat man einen Zustand, wie ihn Deutschland in den Jahren vor 1945 erfahren hat. Das ist ein zweiter Faktor für die Angst, welche mich zeitweise umtreibt. Menschen, die etwas Unmenschliches tun. Gründe hierfür darf man keine nennen. Das möchte ich betont wissen. Denn, wer eine Begründung für einen solchen Irrsinn liefert, welcher unendliches Leid hervorruft, der muss eine Psychose oder etwas ähnliches haben. Er kann keineswegs Recht behalten.

Neuerdings habe ich auch noch eine dritte Art der Angst entwickelt. Diese macht mich hellwach, aber ich würde sie nicht abstellen können. Es ist die Angst, dass wir Menschen für jene, denen wir noch immer zu vertrauen versuchen möchten, uninteressant geworden sind.

Eine gewisse Schicht der Bevölkerung der westlichen Nationen hat sich von der übrigen Zivilisation entfremdet. Dort verfügt man über Kapital und Wissen. Unser Kapital wird derweil weniger, das Wissen von uns zudem zunehmend unbrauchbar. Dieses wird weder nachgefragt, noch ist es etwas wert.

Aber, so doof ich damit auch argumentiere, etwas weiß ich aus eigener Überlegung heraus. Und diese Überlegung stelle ich hier nun einmal an. Ich mache das öffentlich auf meinem häufig gelesenen Blog. Was soll da auch dagegen sprechen.

Es ist der Gedanke, dass auch Waffen ein Haltbarkeitsdatum haben, eine Sache, welche ich in der medialen Diskussion um aktuell geführte Kriege reichlich vermisse.

Vielfach werden die Politiker sich fragen, ob sie die teuren Mittel, welche gerade ihre Potenz als Macht in der Welt verkörpern, einsetzen wollen, oder ob sie diese verschrotten lassen. Letzteres wäre teuer.

Zudem kann man sich mit mancher kriegerischen Aktivität ein Denkmal in den Geschichtsbüchern setzen. Wer Macht hat, der setzt diese auch ein!

Dabei stelle ich mir auch zuweilen die Frage, was denn für ein Kriterium erfüllt sein muss, um anerkennen zu können, dass ein Großteil der Welt zugleich kriegerisch aktiv ist? – Diese Fragestellung hat für manche jedoch lediglich einen cineastischen Charakter.

Doch darüber hinaus führen wir Menschen auch noch einen Krieg gegen unsere eigene Natur. Wir entfremden uns zunehmend von uns selbst. Diesen Vorgang kann man am Umgang der Menschen mit sich selbst am klarsten vernehmbar ablesen.

In geradezu irrationaler Weise sortieren wir Kunststoffbecher und trennen diese vom Hausmüll. Damit, so meinen wir, haben wir einen Beitrag zum Umweltschutz geschaffen. Doch auch ich weiß keinen Rat. Und das macht mir Sorgen.

Ob dadurch unsere Lebensgrundlage zu erhalten sein wird, wenn wir diese zugleich für einen Großteil der Welt durch unsere Machtmittel, die Waffen wie auch die von uns so gerne in den Vordergrund gerückte Wirtschaftskraft zu bedrohen wissen, halte ich für ausgesprochen bedenklich. Das von der westlichen Hemisphäre ausgehende Potential ist für die übrige Welt gewiss nicht angenehm zu verspüren. Und daran sollten eigentlich auch Kunststoffbecher in gelben Säcken nichts ändern.

 

 

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Talfahrt

Hundert Hugenotten, welche, völlig von den Socken,

es dennoch kaum glauben können, rennen

um ihr Leben. So etwas sollte es nicht geben

müssen. Man träumt von Pistolenschüssen.

 

Hundert Mann, so völlig aufgedreht, denken es sei zu spät

für ein ruhiges Lebensglück. Das ist doch verrückt.

Und alleine nur die Religion, neu erdacht und aufgefunden,

bedingt den Hohn, dass sie sich so sehr geschunden.

 

Es ist doch der freie Wille eines Menschen einfach so

etwas, was ihn erfüllt und auch macht froh.

Das will jedoch der andere nicht. Was der verspricht

ist zuweilen Tot und Untergang. So geht das schon lang.

 

Da wiegeln jene uns so stark auf,

zu früheren wie zu späteren Zeiten,

und wir versäumen es zuhauf,

dagegen anzugehen, ja mitzustreiten.

 

So kommt die Talfahrt in die Welt?

Ach was, die ist es doch, was uns zusammenhält.

Wir haben viel und brauchen bald noch mehr.

Einfluss und Geld haben auch große Bedeutung, bitte sehr.

 

Wer sich damit rühmen kann, dessen Geschichte währt noch lang.

Seine Taten erscheinen bedeutend. Entscheidend

würde aber solches Wissen doch nicht sein.

Der Mensch ist eben von Grund auf etwas klein.

 

Kleinliches kann er leicht geschehen machen.

Doch, bitte verzeihen sie das mir, er streut da Salz ins fade Bier.

Und so erinnern wir uns nicht so gerne

an solches, was wir gerne ferne

 

haben würden. Nichts soll uns so beschweren.

Es ist eine Talfahrt ohne Ende.

Wer wird das einmal zurecht kapieren,

dass es selten kommt zur Wende.

 

Gar kostbar ist das Gut des Lebens.

Alles eigentliche Streben wird vergebens

geleistet, so muss es sein.

Den Berg herunter läuft es nämlich von allein.

 

14.04.2018 in Offenburg

Mathias SchneiderWeltenbummler - Kopie (3)

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Einfach gut

Was das Beste am vorherigen Tag gewesen ist, das habe ich noch nicht erkannt. Aber ich habe all meine Versuche es herauszufinden genau und eingehend betrachtet. Vielerlei kurze Gespräche haben da stattgefunden. Kleine Episoden des Glückes sind das gewesen, wie man es eben vom Alltag kennt. Jeder wird so etwas erfahren können. Und darum soll es auch etwas Gutes sein.

Was ist für mich denn überhaupt das Wichtigste des gestrigen Tages gewesen? – Auch das möchte ich mich fragen. So kommt es, dass ich das bedenke.

Ich könnte es nicht so klar ausdrücken, was mir von beidem jetzt gerade lieber ist. Aber es denkt sich mir die eine oder andere Episode meines Vortages erneut. So kann ich es auffassen und zuordnen. Manches verstehe ich dabei auch so, wie es sich für jemanden wie mich gehört, das zu tun.

Zwar habe ich wie sonst auch manches dabei ausgelassen und nicht so wichtig genommen, aber im Grunde ist der gestrige Tag nicht verkehrt gewesen. Was soll ich auch davon berichten? – Nichts habe ich mehr lieb, als einen guten Umgang mit für mich bedeutsamen Menschen. Ein solcher gestaltet sich so freundlich für mich, dass ich auch meinen Vortag schätzen kann. Im Großen und Gesamten gesehen ist er sogar regelrecht gut verlaufen. Damit habe ich am Morgen noch nicht gerechnet.

Ja, der Schlaf in der Nacht davor ist bei mir nicht so gut gewesen. Da habe ich Träume erfahren, welche einem schrecklichen Film eines üblen Kinoprogrammes geglichen haben, welches zwar populär sein wird, zugleich aber kaum jemand selbst erleben möchte. Und mit diesen Bildern im Kopf habe ich früh Morgens meinen Tag begonnen. Ein Wunder wird es da sein, dass dieser danach doch auf eine gänzlich gewohnte Weise verlaufen ist.

Explizit möchte ich hier sagen, dass ich nicht vom Inhalt dieses Traumes sprechen werde. Auch ist es für mich nicht von besonderer Bedeutung, andere Inhalte beispielhaft zu belegen. Das würde ich nicht so machen.

Vielmehr als das habe ich nun den Wunsch, es Ihnen als der eigentlichen Leserschaft dieses Beitrages zu vermitteln, wie ich mit meiner Situation gerade fertig geworden bin.

Alles Streben eines Menschen ist unnötig, so es nicht zu seinem Abschluss finden würde. Was nützt auch ein Paket voller unerledigter Aufgaben, und sei dieses auch noch so fest geschnürt? – Da lasse ich bereitwillig davon ab und gehe besser dazu über, mich zu fragen, was ich denn jetzt zu erleben wünsche. Und das ist alleine nur selten wirklich wenig bei mir gewesen.

Bevor ich aber nun hier einfach so schlapp mache und den Text, nachdem er im Sande verlaufen ist, beendige, höre ich jetzt einmal kurz auf mich selbst. Da klopfe ich erstmal meine Bedürfnisse dazu ab. Schlaf! – Ja, oh wie gut wäre der. Und es zieht mich dorthin, wo ich gestern diesen Albtraum gehabt habe. Leider ist dieser echt übel für mich ausgegangen. Nicht einfach ist es da, damit richtig umzugehen. Und, so finde ich es jedenfalls richtig, hier möchte ich mich dagegen stemmen und selbst etwas für meine Sache ausrichten können. Das würde doch nichts Unmögliches sein.

Der Anglerfisch

 

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Reise ins Nirvana

Heute, so nach fünfundzwanzig Jahren,

will sich mir im Nachhinein

etwas ganz Besonderes offenbaren.

Doch, oh Weh, ich lass es sein.

 

Und so bedenke ich mich,

gebe dabei Ruhe,

es ist gut für sich.

Da öffnet sich des Zaubers Truhe.

 

Es gibt was zu sehen,

hört, Leute hört.

Alles will da bereitstehen

und ist wie betört.

 

Es rufen und raunen die Menschen in Scharen.

Ja, bald wird sich es offenbaren.

Der Schatz, welch ein Glück.

Heda, tritt mal etwas zurück.

 

So ist wie benommen ein jeder, welcher das kann.

Es überkommt die Leute ein frohes Lachen, Mann für Mann.

Derweil entweichen sieben Sachen aus dieser Kiste.

Wartet kurz. Hier ist die Liste:

 

Ein Zebra, groß wie ein Elefant.

Es wackelt bald lustig durch das ganze Land.

Ein Gnu im Kanu, paddelnd um die Wette,

mit einer Gazelle, die wiederum auf einer Palette.

 

Da haben wir schon gut die Hälfte dieser paar Dinge ausgepackt.

Und was ist da noch drin für ein Schabernack?

Tja, was hat da noch darinnen zu sein?

Oh ja, die Welt ist ja wirklich so klein.

 

Und überdies noch das und jenes,

jetzt habe ich es ausgesprochen.

Ein Schauer, der mir dabei den Rücken ist empor gekrochen,

und mich nun doch macht sehr erfreut.

 

Liebe Leute von Heut,

was habt ihr nicht alles für euch!

So vieles ist euch gegeben.

Lasst es doch leben.

 

Nehmt nicht den Zunder und auch nicht den Speck,

brennt es nicht nieder, denn sonst ist es weg.

Lasst es doch einfach auch einmal bleiben.

Was danach kommt, das wird sich schon zeigen.

 

Offenburg, den 13.04.2018

Mathias SchneiderSerie Multiversum - Bild 3

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Die Geschichte um ‚Prinzessin Eden‘

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Titel: Prinzessin Eden, Aquarell mit Grundlinien aus Tusche, frei nach einer Geschichte von einer jungen Frau, deren Namen mir heutzutage nicht mehr geläufig ist.

 

Vor vielen Jahren, in einer Zeit als ich noch im Familienzentrum meiner Heimatstadt tätig gewesen bin, habe ich mit einigen Mitmenschen über meine Leidenschaft für das Malen und Zeichnen gesprochen. Da habe ich gut und gerne manches Bild hergestellt, frei aus meiner eigenen Hand ist das geschehen. Die Motive haben vielleicht mir entsprochen, aber manchmal haben diese das auch nicht getan. So kontrovers wie damals mein Leben von mir geführt worden ist, so ist auch meine zeitweise Malerei gewesen.

Oftmals habe ich nach einem Sinn für mich gesucht, jedoch keinen eigentlichen dabei entdecken oder gar vorfinden können. Auch meine Malerei hat mir dabei kaum etwas geholfen, mich selbst gut zu verstehen. Da ist es mir manchmal nicht gut damit ergangen. Und doch habe ich nach echten Auswegen für mich gesucht.

Bezogen auf meine Malerei habe ich die Auswege darin gesucht, Auftragsarbeiten für Bekannte und Freunde durchzuführen. Aber es ist alleine nur sehr selten zu solchen gekommen. Wirklichen Nutzen hat kaum jemand aus meinem Hobby bezogen.

Einmal jedoch hat mir eine junge Mitarbeiterin des Familienzentrums ihr Ohr geliehen und mir aufrichtig zugehört. Sie hat mich dann gebeten, dieses Bild anzufertigen.

Dazu ist es irgendwann nach vielen Monaten auch wirklich gekommen. Doch das hat eine Vorgeschichte, welche wahrscheinlich typisch für meine Persönlichkeit ist. Auch heutzutage wird das noch immer Gültigkeit bei mir behalten, was damals von mir als Bedingung für die Erstellung dieses Werkes vorgesehen worden ist.

Eine Regelung des künstlerischen Prozesses ist eine notwendige Voraussetzung für eine Auftragsarbeit. Da ich mich kenne, habe ich diese meinerseits auch verfügen können. Auf Rückfrage hat meine Kollegin ihrerseits der von mir für sie vorgesehenen Bedingung zustimmen können. Sie hat diese nachher auch erfüllt. Da hat es alleine nur noch ein paar Monate gedauert. Und ehe diese Frau das Familienzentrum wieder verlassen hat (ihr freiwilliges soziales Jahr ist da fast vorbei gewesen), habe ich kurzerhand das Bild erzeugt und ihr übergeben. Da hat sie sich gefreut und auch etwas dazu gesagt. Aber das ist persönlicher Natur gewesen und hat im I-Net nichts zu suchen. Darum schweige ich es aus.

Zu Anbeginn der Sache habe ich mit dieser jungen und auch angenehmen Person besprochen, dass sie mir die Geschichte, welche sie bewegt hat, in einem kurzen Aufsatz beschreiben soll. Das hat sie brav getan. So habe ich da bald ein Blatt Papier mit etwa einer halben Seite Text, die Idee der Geschichte von ‚Prinzessin Eden‘ eben, in ihren eigenen Worten verfasst, in Händen halten können.

Der Auftrag hat mich angesprochen. Darum habe ich auch in den Vertrag eingewilligt und diesem nachher auch entsprochen. Doch es hat Monate gedauert, welche von banger Erwartung und weiteren ungewissen Momenten begleitet gewesen sind. Ich habe es nicht gewusst, ob meine Umsetzung die richtige sein wird. Sie wird ihrerseits nicht gewusst haben, wie ich dieses Bild erzeugen möchte. Da sind wir beide sehr höflich miteinander gewesen. Sie hat mir keinen Druck gemacht, sondern einfach abgewartet, was da kommen wird.

Mir ist unterdessen noch nicht bewusst gewesen, wie ich dieses Werk gestalten soll. Da habe ich es mir gedanklich zuweilen ausgemalt, aber nichts davon richtig greifen können, was da bei mir an Ideen und Phantasien dazu vorgekommen ist. Doch die Beschäftigung mit dieser Materie hat etwas bewirkt. Zusehends hat sich der Schleier zu einer Wolke, bestehend aus eigentlich grundsätzlichen Ideen dazu verdichtet und somit etwas an Substanz hinzugewonnen. Da habe ich irgendwann einen regelrechten Eindruck davon erhalten, wie es zu gestalten ist.

Nichtsdestotrotz, also auch wenn der Gedanke da gewesen ist, das Bild zu erzeugen, habe ich noch mit der Ausführung zurückgehalten. Mich hat das im Grunde mobilisiert, dass ich nicht vorgeprescht bin. Da habe ich meine Ideen gesichtet, etwas ist auch dadurch geordnet worden.

Plötzlich ist es Wirklichkeit geworden und ich bin mit der Intention, heute das Bild zu zeichnen, nach Hause gegangen. Da habe ich das auch wahr gemacht.

Am folgenden Tag, beim Mittagessen ist es, so meine ich heutzutage, gewesen, habe ich der jungen Dame froh berichtet, dass die Grundlinien des Gemäldes bereits fertiggestellt sind. Es würde gewiss nicht mehr zu lange dauern, dann werde ich ihr das Bild zeigen und auch überreichen können. Am selbigen Tag bin ich nach Hause gegangen und habe die Grundlinien bunt mit Wasserfarben angefüllt und so das Werk etwas anheben können.

Nach dem Trocknen des Bildes (das dauert gewöhnlich maximal eine Stunde) bin ich nicht unzufrieden damit gewesen. Aber es hat mich auch keine Sicherheit erfüllt, dass es ankommen wird. Da habe ich also manche grundlegende Unsicherheit bei mir verspüren können.

Ich meine, dass ich dann am folgenden Tag das Werk zur Arbeit mitgenommen habe. So habe ich es der betreffenden Person dann auch wirklich in ‚Echt‘ überreichen können.

Da hat sie sich sehr gefreut. Eine kurze Absprache hat dann ergeben, was ich für die Sache erhalten soll. Das hat sie mir dann auch am Folgetag mitgebracht und somit ebenfalls den zwischen uns beiden geschlossenen Vertrag richtiggehend erfüllt.

Da alle zufrieden gewesen sind, hat es auch keine Zweifel über diese Sache mehr bei mir gegeben. So bin denn auch ich mit Freude erfüllt gewesen.

In jüngster Zeit ist die Photographie dieses Werkes sehr häufig von den Nutzern meiner Seite auf Flickr angesehen worden, sodass, wie ich gerade gesehen habe, es just heute 2.200 Anzeigen erreicht hat. Das habe ich mir zum Anlass genommen, diesen doch etwas informativen Text zu meiner Kunstsache anzufertigen.

In diesem Sinne wünsche ich mir noch weitere Möglichkeiten in der jüngeren Zukunft, um das eine oder andere Auftragsbild gestalten zu dürfen.

Merci

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Wie funktioniert es?

Zuweilen schreibe ich meine eigenen Gedanken und Ideen entsprechend des mir eingegebenen Ablaufs von Momenten auf und habe etwas Freude dabei. Andere Menschen empfinden mich anders. Diese teilen mir das zuweilen auch mit. Das baut mich auf. Ich kümmere mich um die Rückmeldungen, nehme sie wahr bei diesem neuen Text, indem ich das hier so notiere, wie es mir wiederum einkommt.

Natürlich ist es nicht unwahr, dass man es nicht einfach so vorhersehen können würde, was andere Leute aus den eigenen Worten herauslesen. Diese haben ja auch ihre eigene Innenwelt, ein eigentliches Erleben. Wenn es da keine Unterschiede gibt, wäre alles schade, ja dann hätten wir etwas verloren.

Aufgreifen kann ich alleine nur das, was mir auch wirklich widerfahren ist. Wenn ich das fokussiere, dann kann ich bei etwas ansetzen. Ansonsten würde mir nichts bleiben, was ich ansprechen kann.

Da habe ich zuletzt meine Interaktion mit der Gegenwart als Aufarbeitung meiner Momente beim Sichten von einer jener Fabriken von Neuigkeiten, einem Newsfeed kommentiert und mit allerhand Gegenwärtigem ergänzt. Ich habe gehofft, dass meine Intention wahrgenommen wird. Mancher hat sich jedoch Sorgen um mich gemacht.

Dagegen hat mich einer meiner Freunde auch zu dieser Art des Schreibens motiviert. Er hat es gut gefunden, wie ich da das Geschehen beschrieben habe.

So stecke ich nun in einer sehr ambivalenten Phase fest und überlege mir etwas. Doch da bedarf es keiner Verlautbarungen oder Reden dazu, um sich selbst etwas klar zu machen.

Man positioniert sich. Auch im Abseits oder abseits aller höheren Stände tut man das so. Wer keine Zuhörerschaft hat, der hat auch keinen Grund, um etwas zu sagen. Er wird isoliert. Manches hat man auch selbst vormals dazu getan, um sich stärker abzugrenzen. Doch die Summe der Grenzen würde so nicht geringer werden. Alles hat seinen Grund, so hat es einmal jemand vorgemacht. Er hat begründet, und zwar grundlegend, dass der Grund etwas ist, auf was sich alles verlassen kann.

Doch das ist profan. Es würde nicht anders sein als die Aussage, dass diese Welt absurd sei. Grund und Irrtum, beides ist einander verwandter, als mancher denken wird.

Entscheidend ist im Leben doch die eigene Lebendigkeit. Auf diese habe ich gebaut. Das leere und öde weiße Blatt, jenen Hintergrund meiner Texte habe ich bunt anmalen wollen. Dazu habe ich Linien gezeichnet und die Flächen mit Plattitüden gefüllt. Manches ist davon gewiss etwas mürrisch dahergekommen, anderes möchte durchdacht oder zumindest konstruiert gewirkt haben.

Doch die von mir angewandte Taktik beim Erstellen meiner Texte ist hauptsächlich davon geprägt, dass ich auf das achte, was ich nicht aussagen würde wollen. Ich löse alle Ideen auf, obwohl ich diese an mir getragen habe, für welche ich nicht stehen möchte. Ich klammere diese regelrecht aus und eliminiere sie dann. Das bedeutet, dass ich diesen erst gar keinen Raum gebe. So habe ich einiges erreicht, ohne dass jemand etwas davon mitbekommt. Schließlich kann doch keiner es wissen, was ich verberge.

Wer glaubt, dass die hier dargestellte Sprache mit ihren Sätzen und Aussagen für mich selbst steht, der hat Recht damit. Jedoch ist es auch so wahr, dass ich damit nicht konform zu aktuellen Kultur innerhalb der gegenwärtigen Zeit gewesen bin.

Wer schreibt schon wirklich von sich selbst? Und wer das getan hat, würde der nicht damit rechnen, schlecht dabei abzuschneiden? – Und genau das forciere ich mit meiner Art der Verschriftung der Gedanken und Ideen meiner inneren Bebilderung. Deren Darstellung ist nichts gewesen, was jemandem zu schaden braucht. Und doch wird es so ungewohnt sein, was ich da tue.

Doch wie funktioniert es? Was hat ein Mensch zu sagen? Und was davon hat er zurecht zur Sprache gebracht? Wer kann es wissen, was sich gehört? Und wer kann es sagen, was man dadurch erreichen wird?

Der Kosmos des Menschen ist einfach aufgebaut. Er hat immer wieder die Möglichkeit für sich erhalten, etwas zu gestalten. Dagegen kann er alleine nur sehr bedingt bestimmen, was seine Werke anderen Menschen bedeuten. Das könnte er nicht vorherbestimmen.

So habe auch ich es einzusehen, dass ich alleine nur betrachten kann, was gegeben ist.

Wie soll ich auch von etwas anderem als davon schreiben können? – Nun, als Sprachgestalter habe ich ja schon etwas zu eigen, was sich entfalten und formen lässt. Meine Gedanken sind dazu ursächlich. Die eigenen Ideen ordne ich diesen mit einigem an Phantasie zu. So bin ich dazu gekommen, etwas zu sagen oder etwas aufzuschreiben.  Meine Hoffnung besteht dabei darin, dass jemand mich verstehen wird.

Das aber wird eine Position sein, welche per se schon als geschwächt gilt. Wer sich in Abhängigkeit von seinen Mitmenschen verhält, und abwartet, wie diese reagieren werden, der wirkt passiv. Das kommt manchem bestimmt als unwert, falsch und nutzlos vor. Doch das so zu bewerten wird ein Unrecht sein.

Sich gegenüber anderen Menschen höflich zu verhalten, das wird kaum bedeuten können, dass man sich durchsetzt und selbst bestimmt, was vorkommt und geschieht. Je mehr und auch je stärker so etwas von einer einzigen Person diktiert wird, desto unfähiger werden all die anderen Menschen erscheinen. Notgedrungen wird das so sein. Doch genau das soll das Argument gegen eine solche Verhaltensweise sein. Darum ist diese schlichtweg unhöflich. Ungehobelt und rau ist jener Mensch, welcher seine Stärke stets einsetzt, um für sich selbst Vorteile zu schaffen. – Da lasse man besser davon.

Ob etwas funktioniert oder ob etwas nicht klappen möchte, das soll mir gleichwertig sein. Das ist doch kein eigentlicher Unterschied.

Es wird ein Gegensatz sein. Doch Unterschiede sind keine Gegensätze. So etwas doch zu glauben ist der Beginn eines Irrtums.

Gegensätze sind einander opponierende Dinge. Unterschiede sind teilweise ergänzend gemeint, manchmal sind diese auch einfach relativer Art.

Der eine ist eben größer, der andere kleiner. Doch beide haben Größe.

Der eine ist eben reicher, der andere ärmer. Doch beide haben Zugang zur Wirtschaft, verdienen Geld und setzen dieses auch für sich ein.

Gegensätze sind einander entgegen gerichtete Größen. Streit ist etwas, bei dem Gegensätze unvereinbar miteinander kommuniziert werden. Manchem macht das Laune, dabei wird es ein kopfloses Verhalten sein, was dadurch bewirkt wird.

Kopflosigkeit ist nicht meine Sache gewesen. Das soll man wissen. Ich streite gerne, habe dabei manches Potential zu eigen, um es so richtig laut anzugehen. Und doch sind jene Situationen selten. Meistens habe ich gar keinen Wunsch danach, jemanden zu konfrontieren.

Kopflosigkeit und Konfrontation in Vereinigung sind nun eine Gefahr des Friedens. Das wird richtig sein. Wer aber den Frieden verschmäht, dabei den friedliebenden Menschen angreift, der begeht eine sinnlose Agitation.

Damit kommt man auf keinen grünen Zweig. Man zieht alles mit sich in einen Abgrund, von dem am Ende nichts anderes übrig bleiben würde als ein Schlammassel der Friktionen.

Dieser ist die eigentliche Gefahr für den konservativen Menschen. Nicht der Erhalt der Vergangenen ist konservatives Wesen gewesen. Vielmehr ist es die Vermeidung eines Verlustes des Gegenwärtigen. Friktion ist ein Prozess des unvorhersehbaren Verlustes. Es ist ein Wort aus der Sprache des Krieges.

Dann, wenn nichts mehr zu erhalten gewesen ist, herrscht sie leicht über den Moment. So entsteht ein Chaos. Doch das Gefährliche würde nicht der Zustand davon sein, sondern ein durch den Moment bewirkter Ursprung des Üblen.

Ich kenne alleine nur eine Art dagegen zu halten. Nochmals spreche ich diesen Satz aus. Wie funktioniert es? – Doch ich lasse es bald wieder sein und verlasse diesen Ort der ruhigen Überlegung wieder.

Dann, wenn ich mit meinen Schriften anecke, würde ich nichts mit diesen erreichen können. So macht man jemanden effektiv mundtot. Man verstrickt ihn in ein Scharmützel, auf dass er sein eigentliches Ziel aus den Augen verlieren wird. Früher oder später kann das passieren. Dann scheitert der Mensch in diesem Punkt. – So oder ähnlich wirkt sich eine Friktion aus.

Zurück zum Eigentlichen bedeutet auch sich der eigentlichen Bedeutung des eigenen Handelns zu vergewissern. Ich, in meiner Rolle als Gestalter dieses Textes versuche es mich an den Anfang davon zu erinnern und an diesen wiederum anzuknüpfen. Damit befasse ich mich jetzt.

Hier ist es wahr geworden, dass ich erkennen muss, dass meine Sprache klar, aber unüberschaubar tief verschachtelt, ja ineinandergepackt daherkommt. Das sind alles Zeugnisse für mein Wirken. Auf diesen Zug springe ich nun auf.

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Am Leben vorbei…

Damit ich etwas tue, lasse ich alles Verkehrte einfach sein. Dann dauert es einen guten Moment, bis mir klar wird, was ich eigentlich möchte. Erdbeeren, Pizza, Erbsensuppe… Sowas in der Art schwebt mir dann vor, vorausgesetzt dass ich nicht zu hungrig bin. Denn dann habe ich oftmals nicht mehr die notwendige Power dafür, mir so etwas vorzustellen. Dann schmachte ich und schaffe es doch nicht. Am Leben vorbei eben.

So ist es mir mit vielem schon ergangen. Ich würde jedoch nicht sagen können, dass ich zu oft im Leben leer ausgegangen bin. Nein, das wäre so falsch.

Manchmal setze ich meine Mittel eben auf eine ziemlich unergiebige Weise ein. Dann misslingt mir manches, sehr zum Leidwesen all der guten Freunde und Verwandten. Diese haben immer wieder große Hoffnung auf mich gesetzt, und doch habe ich diese nicht immer so ganz erfüllen können. Das bringt das Leben leider mit sich.

Wer hätte es da gedacht, dass so etwas von mir gut geheißen wird? – Nun, vom Streben nach Höherem halte ich sehr viel, aber dennoch hat es mich nicht so sehr angespornt, das alles zu wollen, was mir vielleicht leicht fallen hätte können.

Viel eher als das habe ich vom Leben die volle Breitseite abbekommen wollen. Ich habe regelrecht danach verlangt. Irgendwann ist mir dieser Wunsch auch erfüllt worden. Mehrfach. Naja.

Heutzutage kämpfe ich mit etwas moderateren Mitteln im Alltag um meine Existenz und deren Wertgefüge. Ich treibe weder mich noch andere dazu an, etwas so Schreckliches zu verlangen, wie ich das zu früheren Zeiten getan habe. Konfrontationen zuhauf haben sich damals so leicht und einfach hervorrufen lassen, dass mir das bereits zum Verhängnis geworden ist. Da sind aus Mücken Elefanten und aus Elefanten dann schließlich ausgewachsene Schwierigkeiten bei mir geworden. So etwas habe ich drauf.

Da komme ich im Nachhinein nicht mehr umhin es so auszudrücken. Das ist doch ein richtiger Haufen Mist, was ich bis heute geleistet habe. Und nun gelte es Besserung zu geloben.

Das wäre die richtige Schlussfolgerung aus dem Zeug, was von mir bisher zu Wege gebracht worden ist. Ich Döskopp! Was träumt sich mir da!

Gedanken und wieder Gedanken mache ich mir. Berge von Ideen, welche ich durchschaue, aufgreife, ziehen lasse. Was auch immer.

Es ist so bei mir. Ich drehe am Rädchen und erfreue mich am eigenen Gespür dabei. Manches schwäche ich so ab, anderes stelle ich in knallig bunten Farben dar. Das eine will ich klar und deutlich hervorheben, das andere wird von mir aufgehoben und entfernt. Düsteres Treiben eines spielerisch Kämpfenden, welcher auch noch zeitweilig mit den Worten ringt.

Was mache ich da? – Konkret stelle ich mir diese Frage. In jedem weiteren Moment erblicke ich mein Schicksal und komme mir gegenüber diesem selbst etwas dämlich vor. Ja, was will ich denn? Wer, wenn nicht ich sollte das wissen?

Und so bleibe ich, was ich bin. Auch wenn das doof sein wird, ich habe es so hinzunehmen. Am Leben vorbei ist etwas anderes. Dafür ist dieses Dasein zu intensiv. Und täglich erfahre ich etwas mehr davon.

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